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theater und medien
Theaterstück, 2D - 4H, nach Mary Shelley, UA: 16.10.2008, Theaterhaus Jena, Ein Auftrag des Theaterhaus Jena, Regie: Alice Buddeberg
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Synopsis

Wie formbar ist der Mensch? Der technologische Fortschritt entwickelt sich in allen Bereichen rasant. Noch steht die Gentechnologie am Anfang. Aber was passiert, wenn die Allmachtsfantasie des Menschen auf seinen eigenen Körper trifft? Viktor F. hat quer durch die Fächer studiert: Gentechnologie, Eugenik, Historik, Bionik. Nun will er seinen Studien die Krone der Schöpfung aufsetzen: er schafft aus totem Material, aus »Lehm, Zeugs, Fleisch«, ein neues Lebewesen. Ausgehend von Mary Shelleys Roman »Frankenstein oder Der moderne Prometheus« schreibt Thomas Melle ein Stück, das mit Unsicherheiten und Realitätsmöglichkeiten spielt: Wer ist eigentlich Mensch und wer Monster?

Auszug

»Am Anfang war das Alles, und das Alles war eins, und alles war gut. Unterschiedslos lebte das Leben und waberte im Ewigen. Dann kam Gott, und Gott war die Teilung. Alles spaltete sich auf in Etwas und Etwas, und in etwas anderes und noch etwas anderes, und das andere teilte sich in wieder anderes und anderes, immerfort und unaufhörlich. Himmel und Erde schieden sich voneinander, aber auch Luft, Wolken und Äther fielen ab, und Land und Meer teilten sich, aber auch Inseln, Watt und Ufer kamen ins Sein, und Mensch und Tier gingen verschiedener Wege, aber Zwitter, Zwischenwesen und Chimären kündeten von ihrer Verwandtschaft. Die Differenzierung war unendlich. Dann dachte der Mensch, er sei Gott, und wollte die Teilung überwinden. Oh, du armer, selbstsüchtiger Narr. Dich mit dem Leben selbst anzulegen.«

ZEIGENThomas Melle
Thomas Melle schreibt Theaterstücke und Prosa. 2007 erschien sein erster Erzählband bei Suhrkamp. U.a. entstanden die Theaterstücke DAS HERZ IST EIN LAUSIGER STRICHER, AUS EUREN BLICKEN BAU ICH MIR EIN HAUS oder NICHT NICHTS. Sein Roman »Sickster« erschien im Herbst 2011 bei Rowohlt Berlin. Der Nachfolger »3000 EURO« landete auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2014 und wurde 15/16 an diversen Theatern aufgeführt. Mit dem Stück BILDER VON UNS (UA, Theater Bonn) wurde er 2016 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Derzeit entstehen neue Stücke, u.a. für die Theater in Bonn und Bremen sowie das DT, Berlin. Sein neues Buch »Die Welt im Rücken« steht erneut auf der Longlist für Frankfurt.
Neuigkeiten
Presse
Ostthüringer Zeitung

Melle befreit Shelleys Frankenstein-Saga von der Betulichkeit des 19. Jahrhunderts und entwickelt die Geschichte über geschliffene, spitzzüngige Dialoge. Er bringt Frankensteins Forscherdrang auf den Stand der gegenwärtigen Möglichkeiten und erfindet ihm eine Mutter - halb Madonna, halb Monster. Der Autor entdeckt das Psychotherapie-Potenzial von Henry, Frankensteins Freund, und Betty, Frankensteins Braut. Und bei allen Strichen und allem Dazuerfinden zollt Melle der alten Geschichte stets Respekt. […] So einen frechen, staubfreien und hintergründigen Frankenstein wird dem Theaterhaus Jena so schnell keiner nachmachen.

Thüringische Landeszeitung

Eine erfrischende Lesart der abgegriffenen Gruselnovelle, eine heitere Parodie auf den perfekten Menschen.

Aufführungen

Uraufführung

16.10.2008

Theaterhaus Jena

 

28.8.2014, Theater Luzern

Schweizer Erstaufführung