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theater und medien
Theater, UA: 1.2.2018, Residenztheater München, Regie: Milo Rau
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Synopsis

Nationalheldin oder Glaubenskämpferin, Idealistin oder Ketzerin: Was war sie eigentlich, diese Symbolfigur des Widerstands, diese nach der Mutter Gottes berühmteste Jungfrau, dieses Bauernmädchen, das die Engländer aus Frankreich vertrieb und seither von rechten wie linken Ideologen vereinnahmt wurde? Geboren 1412, verbrannt 1431, rehabilitiert 1456 und heilig gesprochen 1920. Sie zog in den Kampf und ließ sich lieber hinrichten als ihre Engelserscheinungen und den göttlichen Auftrag zu leugnen: Jeanne d’Arc – geplagt von Visionen oder eine Visionärin?

Von Shakespeare über Voltaire und Schiller bis Brecht haben sich Autoren und Theatermacher von der heiligen Johanna inspirieren lassen. Milo Rau erarbeitet eine Jeanne d’Arc für unsere Zeit. Auf Basis persönlicher Erfahrungen und von Gesprächen und Begegnungen mit Aktivistinnen entwickelt sich ein Porträt voller Ambivalenzen und eine Hinterfragung der Arbeit engagierter Künstler und Intellektueller.

Politikerinnen und Revolutionärinnen, kurdische Peschmerga-Kämpferinnen, linksradikale und rechtsnationale Avantgardistinnen, amerikanische Salonsozialistinnen und lateinamerikanische Guerilleras: Wo sind sie zu finden, die Jeanne d’Arcs unserer Zeit, wogegen kämpfen, woran scheitern sie? Wie tickt jemand, der sich hinreißen läßt vom Elend der Welt – nur um am Ende vielleicht selbst zum Täter zu werden?

Der Versuch zur Weltrettung wird mit »Jeanne d’Arc« ins Poetische transformiert: eine Anklage starker Frauen, die kämpfen und scheitern, ein zorniges Live-Poem über den Zustand unserer Gesellschaft.

ZEIGENMilo Rau
Milo Rau gründete 2007 die Theater- und Filmproduktionsgesellschaft IIPM. Seine Produktionen wurden zu den wichtigsten nationalen und internationalen Festivals eingeladen, u. a. zum »Berliner Theatertreffen«, zu den »Wiener Festwochen«, zum »Kunstenfestival« und zum Festival »Radikal Jung«. Seine Inszenierungen, Aktionen und Filme wurden u. a. ans Festival d’Avignon eingeladen, zum Prix de Soleure nominiert und touren durch die ganze Welt. Der Schweizer Tagesanzeiger nannte ihn den »meistbegehrten Regisseur dieser Tage«, das deutsche Wochenmagazin ›Der Freitag‹ den »umstrittensten Theaterregisseur seiner Generation«. Nach THE CIVIL WARS und THE DARK AGES folgte im Sommer 2016 mit EMPIRE der letzte Teil der gefeierten Europa-Trilogie. Mit FIVE EASY PIECES reiste Rau erneut zum Berliner Theatertreffen. Ab der Spielzeit 2018/19 wird Rau Künstlerischer Direktor des NT Gent. Zuvor entstehen mit LENIN und JEANNE D'ARC zwei neue Produktionen.
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UA: 1.2.2018, Residenztheater München