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theater und medien
Theater, UA: 17.11.2017, Deutsches Theater, Berlin, Regie: Brit Bartkowiak
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Synopsis

Ronald hat alles. Privat kann ihm seine Frau Kathleen wunderbare Neuigkeiten mitteilen. Und beruflich steht er kurz davor, Schütz, der in Ruhestand geht, als Direktor zu beerben. Ronald ist ein Lehrer, wie man ihn sich wünscht: authentische Respektsperson und bewunderter Kumpeltyp in einem – von den Schülern geliebt und den Kollegen gebraucht, mit Respekt bei den Eltern und Wertschätzung beim Chef. Er ist charismatisch, intelligent und redegewandt.

Aber Ronald trägt ein Geheimnis in sich. Eine Krankheit, die seine Vergangenheit bestimmt hat und seine Zukunft bedroht. Und natürlich hat auch Ronald Schwächen, Neider und Gegner. Ein Beben kündigt sich an und dessen Erschütterungen versetzen Ronald urplötzlich vor das Nichts.

Nach dem autobiographischen Roman Die Welt im Rücken, in dem er vom Leben mit seiner eigenen manisch-depressiven Erkrankung erzählt, injiziert Thomas Melle das gleiche Schicksal nun der Hauptfigur von Versetzung. Ausgehend von Ronalds bipolarer Störung stellt er allgemeingültige Fragen nach Zurechenbarkeit und Teilhabe, Verantwortung und Vertrauen, Erfolg und Ansehen. Wie reagiert eine von Leistungsdruck und Gesundheitswahn geprägte Gesellschaft, wenn eines ihrer Mitglieder sich als scheinbar falsches Versprechen erweist? Wo liegt die Norm? Und will man im Zweifel lieber Täter oder Opfer sein?

ZEIGENThomas Melle
Thomas Melle schreibt Theaterstücke und Prosa. 2007 erschien sein erster Erzählband bei Suhrkamp. U.a. entstanden die Theaterstücke DAS HERZ IST EIN LAUSIGER STRICHER, AUS EUREN BLICKEN BAU ICH MIR EIN HAUS oder NICHT NICHTS. Sein Roman »Sickster« erschien im Herbst 2011 bei Rowohlt Berlin. Der Nachfolger »3000 EURO« landete auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2014 und wurde 15/16 an diversen Theatern aufgeführt. Mit dem Stück BILDER VON UNS (UA, Theater Bonn) wurde er 2016 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Derzeit entstehen neue Stücke, u.a. für die Theater in Bonn und das DT in Berlin. Mit seinem Buch »Die Welt im Rücken« stand Melle erstmals auf der Bestseller-Liste.
Neuigkeiten
Presse
nachtkritik

»Thomas Melle schreibt saubere, schnelle Szenen, der erbarmungslose Abstieg stockt zu keinem Zeitpunkt.«

Berliner Zeitung

»Melle [...] nutzt [...] geschickt und mit viel aufklärendem Humor die Vielbödigkeit des Theaters, sein willkürliches Ineinander von Sein, Schein und Deutung. In der Wirklichkeit entzieht sich dieses Ineinander der Kontrolle und Nachprüfbarkeit. Durch diese Tür kommt der Wahn und schreibt sein eigenes Drama.«

Der Tagesspiegel

»Thomas Melle hat seine eigene manisch-depressive Erkrankung zuletzt im Roman „Die Welt im Rücken“ zum Protagonisten gemacht.Die neuerliche Konfrontation mit dem Thema verweist nun aber keineswegs darauf, dass hier einer auf Krankenschein literarische Karriere machen wollte. Melle beschreibt die Störung eben nie als private Leidensgeschichte, sondern befragt das System, in dem sie sich ereignet. In letzter Instanz ein Universum der gnadenlosen Zufälligkeiten, in dem ›nichts sein muss, wie es ist.‹ […] Wie sich [...] die Welt auflöst, das erzählt Melle mit beklemmender Unaufhaltsamkeit und einem ganz eigenen, von schmerzhafter Erfahrung befeuerten Humor.«

Aufführungen

Uraufführung: 17.11.2017, Deutsches Theater, Berlin