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theater und medien
Theater, 3 D, Uraufführung: 22.9.2016, Theater unterm Dach, gemeinsam mit collective yemina, Regie: Marcel Luxinger
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Synopsis

Zwei europäische Frauen schuften unter qualvollen Bedingungen. Ihre Vorgesetzte von nicht­abend­ländischer Herkunft schikaniert die beiden nach Belieben und mit Vergnügen.

Auf perfide Weise schafft sie es dabei, ihnen einzureden, dass diese Maßnahmen aus purer Alternativlosigkeit und zu ihrem Vorteil erfolgen würden. Angesichts ihrer misslichen Lage machen sich Laura und Julia jene Gedanken, die sich unterdrückte Massen machen und verstricken sich dabei in den ideologischen Zwickmühlen, die das Verhältnis zwischen Aus­beutern und Ausgebeuteten seit je bestimmt: Lohnt es sich, gegen die herrschenden Strukturen zu rebellieren? Oder setzt man durch einen Aufstand nicht die eigene Situation aufs Spiel? Aber haben wir überhaupt etwas zu verlieren?

Ein hochbrisantes, bitterböses und sehr witziges Stück über Urteile, Vorurteile, Weltbilder, Moral und Wunschvorstellungen. Es basiert auf dem Text der Recherche-Performance des tunesischen Kollektivs Yemina (yemina gharbi & mehdi younes) und Genets ›Die Zofen‹.

ZEIGENMarcel Luxinger
Marcel Luxinger arbeitet als Autor, Regisseur, Bearbeiter und Dramaturg in der freien Szene und an Staatstheatern u.a. in Frankfurt, Stuttgart, Dresden, Hamburg und Berlin. Neben eigenen Stücken schreibt er Bearbeitungen moderner Klassiker und inszeniert brisante politische Projekte. Sein Stück KRIECH ODER: ORIENTIERUNGSHILFE FÜR DEN WERTEKOMPASS (UA: Schauspiel Frankfurt, 2005) wurde u.a. am Theater Erlangen nachgespielt. 2016 entstand in Zusammenarbeit mit PNAC (Companie für präemptive und nachhaltige Auseinandersetzung) und dem collective yemina (yemina gharbi & mehdi younes) das aktuelle Stück GUTMENSCHENDÄMMERUNG.
Neuigkeiten
Presse
Berliner Zeitung

»Luxinger hat es auf die Zukunft, auf eine Zeit nach dem Kapitalismus abgesehen. Zum Klimakatastrophen-Plot kommen Abendland-Ausverkauf und Kolonialismus-Vendetta hinzu. Denn Xot, eine Enttäuschte des Arabischen Frühlings, die sich nach individuellem Racheakt an einem vergewaltigenden Imam per Boot via Lampedusa ins gelobte Europa aufmacht, kehrt in ihrem persönlichen Aufsteigermärchen die Verhältnisse einfach um. Genets Stück ›Die Zofen‹ liefert das Klettergerüst, an das Luxinger virtuos seine politischen Thesen heftet.«

Neues Deutschland

»›Gutmenschendämmerung‹ ist ein Stück, das in seiner Problemschau Erregte vieler politischer Couleur weiter stimulieren dürfte. Das ist clever, das ist reizvoll. Wegen seines provokativen Charakters, des immensen Resonanzraums der Thesen und des leidenschaftlichen Spiels der Performerinnen wünscht man der Produktion eine Mammuttournee über Rampen jeder Art, von Schauspielhäusern über Vereinslokale bis hin zu Stadtfesten und Feuerwehrbällen. »Gutmenschendämmerung« rührt beherzt im großen Topf der politischen und sozialen Ängste wie Hoffnungen herum. Antworten werden zum Glück nicht gegeben.«

Aufführungen