KontaktImpressum
theater und medien
Theater, UA: 15.10.2016, Regie: Ersan Mondtag
Bild1 Bild2 Bild3 Bild4 Bild5 Bild6 Bild7 Bild8
Synopsis

Drei Menschen wachsen in einer europäischen Großstadt auf: privilegiert, gebildet, gelangweilt. Während sie sich Kinderspielen hingeben, entdecken sie die Lust am Unerlaubten. Sie verlieren sich in Rauschzuständen, die sich schnell abnutzen. Jeden Tag wächst das Bedürfnis, es möge endlich etwas ›Richtiges‹ geschehen. Sie flüchten sich in die Intimität ihrer kleinen Gemeinschaft, die zu einem Käfig ohne Ausgang wird.

Verunsichert, ja paranoid ist das westliche Projekt der Selbstbestimmung geworden. Zerstörungswütige – einsame Wölfe oder Vernetzte – halten ihm seine Schattenbegriffe entgegen: De Sade sei der düstere Doppelgänger Kants, dieser entblöße die perverse Matrix von jenem. Die von den demokratischen Institutionen garantierten Freiheiten bezögen ihre Rechtfertigung einzig daraus, einem dekadenten und hedonistischen Lebensstil der Selbstverherrlichung die Weichen zu stellen: „Mir geht nichts über Mich!“, Rechtsstaatlichkeit zementiere das Recht der Stärkeren bei gleichzeitiger Verschleierung der herrschenden Ungleichheit. Demokratie gründe seit jeher auf Exklusion und Rassismus, Universalismus bedeute Gleichmachung und Bevormundung.

Was aber, wenn die aktiven Selbstzerstörer in Sprengstoffweste und ihr Feindbild, die passiven Selbstzerstörer eines bekennenden Hedonismus, sich nicht so unähnlich wären, wie sie es gerne hätten?

Ersan Mondtag und Olga Bach zeichnen die Topographie einer Endzeit und ihrer Ängste, die zurzeit epidemisch die sogenannte westliche Welt erfassen. 

Für ihr Debüt-Stück wurde Olga Bach 2017 zur »Nachwuchsautorin des Jahres« gewählt.

 

Eingeladen zum Theatertreffen Berlin 2017

Nominiert für den Mülheimer Dramatikerpreis 2017

 

 

ZEIGENOlga Bach
Geboren 1990 in Berlin. Ab 2009 Hospitanzen bei Jan Pappelbaum und Andreas Kriegenburg. Von 2010 bis 2014 Studium der Philosophie und Deutschen Philologie an der Freien Universität Berlin und der Istanbul Üniversitesi, Türkei. 2013 dramaturgische Leitung der neuntägigen Dauerperformance # 1/KONKORDIA in der Schaustelle der Pinakothek der Moderne München, künstlerische Leitung Ersan Mondtag. Seit 2014 Studium der Rechtswissenschaft an der Humboldt Universität Berlin. Mit ihrem Stück VERNICHTUNG wurde sie für den Mülheimer Dramatikerpreis 2017 nominiert. In der Umfrage des Magazins Theater Heute wählten die Kritiker sie zur Nachwuchsautorin 2017.
Neuigkeiten
Presse
nachtkritik

»Ersan Mondtags Endzeitfantasie: Eine visuell überzeugende, phantasievoll-opulente Bilderwelt voller spektakulärer Effekte.«

Deutschlandradio

»Regisseur Ersan Mondtag und Autorin Olga Bach zeigen in "Die Vernichtung" am Theater Bern eindrucksvoll die Langeweile dieser Generation - sowie die Sehnsucht nach Eindeutigkeit und auch Zerstörung.«

Berner Zeitung

»Auf hautengen Anzügen sind nackte Körper gemalt. Sie sehen aus wie die bewegten Figuren aus dem spektakulären Bühnenbild. Beides, Bühne und Kostüme, hat Ersan Mondtag entworfen. Seine Inszenierungen sind Gesamtkunstwerke. Und als solches ist ›Die Vernichtung‹ ein exzessives Spektakel.«

Aufführungen

Uraufführung: 15. Oktober 2016, Theater Bern