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theater und medien
Theater, UA: 23.10.2016, Theater Dortmund, Regie: Kay Voges
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Synopsis

Es ist wohl eines der zynischsten wirtschaftlichen Erfolgsmodelle der Gegenwart: Schrottreife Frachter werden mit Menschen vollgestopft, die bis zu 6000 Euro für ihren Transfer von der Türkei bis an die italienische Küste bezahlen. Bis zur menschenverachtenden Havarie vor der europäischen Küste haben die Frachter der „schwarzen Flotte“ bereits zahlreiche Fahrten mit illegalen Waffentransporten und Drogenlieferungen hinter sich: Krieg ist ihr lohnendes Geschäft für den illegalen Transport von Menschen, Waffen, Drogen zwischen Schwarzem Meer, Mittelmeer und den afrikanischen Ostküsten.

Wer hinter den riesigen Frachtschiffen steckt und wohin der Profit fließt, hat das gemeinnützige Recherchezentrum CORRECT!V 2014 und 2015 recherchiert – Anne-Kathrin Schulz, Dramaturgin und Autorin am Schauspiel Dortmund, hat auf Grundlage der reichen Ergebnisse von CORRECT!V ein Stück über die verbrecherischen Netzwerke geschrieben, die ihre illegalen Geschäfte rund um und quer über das Mittelmeer betreiben.

Anne-Kathrin Schulz
Anne-Kathrin Schulz, geboren in Berlin, arbeitete nach ihrer Ausbildung an der Berliner Journalistenschule u.a. bei der taz, dem SFB Hörfunk und bei MTV London. Ab 1996 studierte sie Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin und war von 1998 bis 2000 als Dramaturgieassistentin in der Intendanz von Leander Haussmann am Schauspielhaus Bochum engagiert. 2001 wurde ihr Theaterstück »Unter Land« am Jungen Theater Göttingen uraufgeführt, 2003 dann »Silly Songs« am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, für das sie 2002 den Förderpreis der Freunde des Deutschen Schauspielhauses erhalten hatte. 2003 entstand nach ihrer Kurzgeschichte »Bericht vom Rand der Festung« der Kurzfilm »Nobody Kers« (Regie: Philipp Reuter, Ruhrgebietspreis 2003). Von 2005 bis 2008 arbeitete sie als Assistentin der Künstlerischen Leitung und Dramaturgin am Deutschen Theater Berlin, 2009 war sie Gastdramaturgin am Theater Aachen. Seit Sommer 2010 ist sie Autorin und Dramaturgin am Schauspiel Dortmund, wo sie u. a. mit Regisseuren Kay Voges, Claudia Bauer, Peter Jordan, Leonhard Koppelmann, sputnic, Adolf Winkelmann, Klaus Gehre, Gordon Kämmerer und Jörg Buttgereit zusammenarbeitet. 2012 übersetzte sie mit Jennifer Whigham »The Agony and the Ecstacy of Steve Jobs« von Mike Daisey ins Deutsche, 2015 schrieb sie mit Kay Voges und Alexander Kerlin »Die Show« (Uraufführung am 23.9.2015, Schauspiel Dortmund).
Neuigkeiten
Presse
Westfälischer Anzeiger

»Die Zuschauer bekommen Aufklärung über die Wege eines kriminellen Netzwerks, das von syrischen Reedern mit besten Verbindungen zum Assad-Regime betrieben wird. Wie macht man aus solchem Nachrichtenstoff einen funktionierenden Theaterabend? Schauspielchef Kay Voges erfindet mal wieder ein neues Format, das Dokumentarspiel. Die Bühne (von Voges selbst gestaltet) ist eine Nerd-Version von Fausts Studierstube. Mit dem Abend aktiviert Voges Funktionen der Schaubühne neu, die man schon abgesunken glaubte. Lehrtheater, moralischer Appell kommen zeitgemäß daher – und durchaus unterhaltsam.«

Ruhr Nachrichten

»Die Schwarze Flotte basiert auf Fakten, die so anschaulich und gedanklich gut sortiert dargereicht werden, daß keine Langeweile aufkommt, dafür Neugier und ein gewisses Maß an Spannung. Anne-Kathrin Schulz stützt sich in ihrem Stück auf die Arbeit der Reportergruppe Correctiv!, die im Feld des investigativen Journalismus arbeitet und wissen wollte, wie das Geschäft mit den Flüchtlingen organisiert ist. Politische Bildung auf der Theaterbühne - sehenswert.«

WAZ

»Das ›großartig‹ zu nennen, wäre noch stark untertrieben.«

WDR

»Was Andreas Beck in diesen zwei Stunden dort abfackelt, das ist mit dem Begriff ›großartig‹ unzureichend beschrieben, das geht schon ein bisschen in Richtung ›preiset seinen Namen!‹. Ganz, ganz großes Schauspielertheater, aber eben mit extrem wichtigen politischen Inhalten, die mir auch so noch nicht klar waren.«

Aufführungen

Uraufführung: 23.10.2015, Theater Dortmund