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theater und medien
Uraufführung: 10.12.2015, Staatstheater Kassel, Regie: Ersan Mondtag
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Synopsis

Im dunklen Wald ruft der Muezzin, der Vater kehrt mit der Axt nach Hause und geht in den Keller, ein sehr dickes Mädchen erschüttert das Haus mit trotzigem Aufstampfen.

In „Tyrannis“ von Ersan Mondtag ist ständig Märchenstimmung, aber von der unheimlichen Art. Die rothaarige Familie mit ihren Avatar-Bewegungen, die man per Überwachungskameras in ihren Zimmern und live in einer sonderlichen Wohnküche beobachtet wie im Menschenzoo, spricht nicht, lebt nach festen Ritualen und verbirgt Geheimnisse. Sind schreckliche Dinge in der Vergangenheit geschehen oder erwarten die zombiehaften Einfamilienhausseelen sie erst? Assoziationen an Horrorfilme und Computerspiele, David Lynch und Brüder Grimm, aber auch an Kleinbürgerenge à la Fassbinder und das verschämte Personal von Christoph Marthaler stellen sich bei der geduldigen Betrachtung von Mondtags Zimmerweltträumen ein.

In der bildmächtigen Verdichtung, die der 28-jährige Performer und Regisseur aus diesen Einflüssen komponiert, entsteht ein intimer Grusel des Alltags in berückend eigensinniger Atmosphäre.

 

Eingeladen zum Theatertreffen Berlin, 2016

Eingeladen zum Festival Radikal Jung, München, 2016

ZEIGENErsan Mondtag
Ersan Mondtag, 1987 in Berlin geboren, arbeitet zwischen den Feldern Theater und Musik, Performance und Installation. Das Regie-Studium an der Otto Falckenberg Schule München brach er ab und gründete das »KAPITÆL ZWEI KOLEKTIF«. 2014 und 2015 wurde er zum Festival »radikal jung« nach München eingeladen. 2016 folgte die Einladung zum Berliner Theatertreffen, mit TYRANNIS. Theater Heute kürte ihn zum Nachwuchsregisseur des Jahres. Mondtag arbeitet am Thalia Theater Hamburg, Schauspiel Frankfurt, Maxim Gorki Theater und an den Münchner Kammerspielen.
Neuigkeiten
ZEIGENTrailer zu TYRANNIS

Hier geht es zum Trailer zu TYRANNIS. Viel Spaß!

Presse
Tagesspiegel

»Tyrannis bietet eine radikal strenge Form und einen großen Resonanz- und Fantasieraum. Die verblüffend sauber gearbeitete, raffinierte Performance stelle man sich als Lagerraum für Horror vor.«

Berliner Zeitung

»Als Form dreht ›Tyrannis‹ den herkömmlichen Bühnennaturalismus um: Wir schauen nicht durchs Schlüsselloch in ein fremdes Figurenleben, vielmehr ist es, als blicke uns an, was wir sehen. Die Inszenierung ist ein Spiel über glückende oder missglückende Integration. Sowie ein interessanter Beitrag zur derzeitigen Debatte: Was und wer die Kommenden und die schon Anwesenden sind, was fremd, was eigen bedeutet – es ist alles unklar, offen, verhandelbar.«

nachtkritik

»Deutlich ist die brachiale Stil-Behauptung eines jungen Regisseurs. Das Maxim-Gorki-Theater in Berlin, das Hamburger Thalia Theater und demnächst auch das Schauspiel Frankfurt entdecken und pflegen ein Talent. Kassel schließt mit und zu ihnen auf – Ersan Mondtag macht's möglich.«

Frankfurter Rundschau

»Was 'Tyrannis' zu einem sehr bemerkenswerten Projekt macht, ist die Form.Es sind neben den schauspielerischen Leistungen die vielen exakt gearbeiteten Details und natürlich die Komik der kantigen Bewegungen.«

Aufführungen

Uraufführung: 10.12.2015, Staatstheater Kassel