KontaktImpressum
theater und medien
Theater, 5 D/H, 3 Musiker, UA: 20. April 2016, Münchner Volkstheater, Regie: Nora Abdel-Maksoud
Bild1 Bild2 Bild3 Bild4 Bild5 Bild6 Bild7 Bild8
Synopsis

Deutschland in unmittelbarer Zukunft. Das von Politik und Wirtschaft verordnete Große Fasten hat das Land erkalten und irrationale Ängste ins Unermessliche wachsen lassen. Das bekommen vor allem die zu spüren, denen weder fordern noch fördern je zum Aufstieg verhelfen konnte.

Pancho und Lefty sind Stromer, zwei kunstfertige Bettelbrüder. Seit Panchos Stelle als Sozialarbeiter den Sparzwängen zum Opfer gefallen ist, ist er selber wieder abgerutscht. Dennoch kümmert er sich weiterhin um seinen Schützling Lefty. Der wartet auf den Tag, an dem sein unbekannter Vater kommen wird, um ihn zu holen: Tico, ein sonnengebräunter Ritter der Entrechteten, eine Art Rock'n'Roll-Robin Hood, der für alles steht, was in einer von Abstiegsangst und Verteilungskampf geprägten Gesellschaft verlorengegangen ist.

Zwischen den großen Träumen vom besseren Leben und der Suche nach dem nächsten Schmerzpflaster fristen sie ihr Dasein in einem Kaff namens Moers, bis ein unerwarteter Fund ihr Leben aus der Bahn wirft. Auf einer wilden Verfolgungsjagd begegnen ihnen Journalisten auf Kokain, resignierte Wohnungssuchende, Politiker mit Rechtsdrall und Pfandflaschen sammelnde Großmütter.

Ein Roadmovie durch die mediale Öffentlichkeit Deutschlands, eine satirische Bestandsaufnahme der Abgründe der Angstgesellschaft in der Krise, und die Geschichte einer unwahrscheinlichen Freundschaft.

ZEIGENNora Abdel-Maksoud
Nora Abdel-Maksoud, geboren in München. 2012 zeigte sie am Ballhaus Naunynstraße ihr Stück HUNTING VON TRIER in eigener Regie, zudem entstand eine Hörspielfassung für Deutschlandradio Kultur. 2014 schrieb und inszenierte sie KINGS (Ballhaus Naunynstraße) und wurde damit zum Festival »radikal jung« am Münchner Volkstheater eingeladen. Es folgten Arbeiten u.a. am Maxim Gorki Theater, Berlin, am Neuen Theater Halle und am Münchner Volkstheater. 2017 wurde sie mit ihrem selbstinszenierten Stück THE MAKING OF (Maxim Gorki Theater, Berlin) erneut zum Festival »radikal jung« eingeladen. In der Kritikerumfrage von Theater Heute wurde sie zur Nachwuchsregisseurin 2017 gekürt.
Neuigkeiten
Presse
Deutschlandfunk

»Nora Abdel-Maksouds Stück hat unsere Gesellschaft trotz seines irrwitzigen Tempos genau im Blick, eine Gesellschaft, die sich in den letzten Monaten in einem mindestens ebenso irrwitzigen Tempo in weiten Teilen in eine Angstgesellschaft verwandelt hat. Und so könnte "Sie nannten ihn Tico" Kult werden, gerade auch für ein junges Publikum.«

nachtkritik

»Pancho und Lefty, diese beiden rotzig frechen und trotzig tapferen Verlierer mit den großen Träumen, muss man einfach gern haben.«

junge Bühne

»Ganz tolle Darlings stellt Nora auf die Bühne: Abgebrannte Alkoholiker und Junkies, ausländerfeindliche Schlägertrupps, ein Politikerbaby in der Krankenhausmülltonne... Stoffe zwischen Realsatire und Dystopie, zwischen Gerhard Polt und Terry Gilliam.«

Aufführungen

Uraufführung

20. April 2016, Münchner Volkstheater