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theater und medien
Theater, UA: 14. Mai 2016, Kunstenfestivaldesarts, Brüssel, Regie: Milo Rau
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Synopsis

Kann man mit Kindern das Leben und Wirken des Kindermörders Marc Dutroux darstellen?

Mit FIVE EASY PIECES entwickeln Milo Rau und das IIPM in Koproduktion mit dem Genter Art Center CAMPO entlang der Biografie des zu trauriger Berühmtheit gelangten belgischen Verbrechers Dutroux eine kurze Geschichte Belgiens. Auf der Bühne: Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 13 Jahren.

In fünf Übungen größter Einfachheit schlüpfen die jugendlichen Schauspieler in verschiedene Rollen: beispielsweise die eines Polizeioffiziers, des Vaters von Marc Dutroux oder eines der Opfer, der Eltern eines der toten Mädchen. Gemeinsam mit erwachsenen Schauspielern einstudierte Reenactments – eine Tatortbegehung, eine Beerdigungszeremonie – führen sie hin zu ihren Rollen und Schicksalen.

So entspannt sich einerseits ein historisches Panorama belgischer Geschichte von der Unabhängigkeit des Kongo bis zur Großdemonstration des „Weißen Marsch“. Andererseits fragt die Inszenierung nach den Grenzen von dem, was Kinder wissen, fühlen und tun dürfen. Was bedeutet es, sie dabei zu beobachten? Und was erfahren wir dadurch über unsere eigenen Ängste, Hoffnungen und Tabugrenzen?

 

Eine Produktion von CAMPO und IIPM – International Institute of Political Murder

Eingeladen zum Theatertreffen Berlin 2017

ZEIGENMilo Rau
Milo Rau gründete 2007 die Theater- und Filmproduktionsgesellschaft IIPM. Seine Produktionen wurden zu den wichtigsten nationalen und internationalen Festivals eingeladen, u. a. zum »Berliner Theatertreffen«, zu den »Wiener Festwochen«, zum »Kunstenfestival« und zum Festival »Radikal Jung«. Seine Inszenierungen, Aktionen und Filme wurden u. a. ans Festival d’Avignon eingeladen, zum Prix de Soleure nominiert und touren durch die ganze Welt. Der Schweizer Tagesanzeiger nannte ihn den »meistbegehrten Regisseur dieser Tage«, das deutsche Wochenmagazin ›Der Freitag‹ den »umstrittensten Theaterregisseur seiner Generation«. Nach THE CIVIL WARS und THE DARK AGES folgte im Sommer 2016 mit EMPIRE der letzte Teil der gefeierten Europa-Trilogie. Zuvor entstand MITLEID. DIE GESCHICHTE DES MASCHINENGEWEHRS mit Uraufführung an der Schaubühne Berlin. Im Mai 2016 folgte das Stück FIVE EASY PIECES (Koproduktion CAMPO Gent und IIPM).
Neuigkeiten
Presse
Süddeutsche Zeitung

»Gleichzeitig atemraubend, analytisch klar und grauenvoll. Die Inszenierung ist der seltene Fall eines Theaterabends, der auf angemessene Weise wehtut und dabei etwas leistet, was man früher Katharsis nannte‹

RTBF

»Die beeindruckendste, berührendste Performance seit 10, 15 Jahren. Das komplette Publikum kam aus der Performance mit einem Lächeln auf dem Gesicht, und zugleich mit einem Knoten im Magen. Es war schlicht unglaublich.«

De Standaard

»Milo Rau ist derzeit der interessanteste Künstler Europas. ‚Five Easy Pieces‘ ist ein Lehrstück in der Tradition Brechts. Die Kritiken sind euphorisch.«

Le Soir

»Die Zuschauer verlassen ‚Five Easy Pieces‘ erschüttert. Das ist kein Theaterstück, sondern eine Geißelung. Eine der berührendesten Fabeln über die Geschichte Belgiens, die je auf die Bühne kamen. Es ist das – fast rücksichtslose – Genie von Milo Rau, das dieses heikle Spiel zur kraftvollen Metapher macht. Ein Parforce-Ritt, intelligent und berührend, das denkwürdigste Stück des Kunstenfestivals.«

Trouw

»Theater in seiner konfrontierenden, pursten und beunruhigendsten Form.«

nachtkritik

»Wer hätte das gedacht: Am Ende des Stücks ist einem leicht.«

Etcetera

»Seien wir ehrlich: Milo Rau gilt nicht grundlos als spannendster Regisseur Europas. Denn ‚Five Easy Pieces‘ ist mehr als ein Lehrstück: Es überträgt seine pädagogischen Lektionen auf ein Metaniveau, von der Beziehung Schauspieler-Stück zur Beziehung Bühne-Publikum. Es ist nicht nur äußerst berührendes, kunstvolles Theater – sondern auch die meisterliche Stilübung eines Regisseurs, der die Wirkung von Kunst überhaupt befragt.«

Het Nieuwsblad

»'Five Easy Pieces‘ lässt einen erschauern und lachen. Nicht nur eine Geschichte Belgiens, sondern auch eine allegorische Erzählung über das Theater, über Macht und Unterwerfung. Unverantwortlich gutes Theater.«

La Libre Belgique

»Ein Schauspiel voller Finesse und Intelligenz, großartig und respektvoll. Sensibel, menschlich, eine Feier des Lebens und eine Ohrfeige für unsere Gesellschaft. Ein unglaublicher Moment, das Ereignis des diesjährigen Kunstenfestivals.«

Aufführungen

Uraufführung

14. Mai 2016, Kunstenfestivaldesarts, Brüssel