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theater und medien
Bühnenfassung, Erstaufführung der Bühnenfassung des Autors: 10.6.2015, Münchner Volkstheater
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Synopsis

3.000 Euro trennen Anton von seinem alten Leben, in dem er ein aufstrebender Jurastudent war. 3.000 Euro warten auf Denise, die von einer besseren Zukunft träumt, als Lohn für einen Porno-Dreh.

Die Lebenswege der beiden kreuzen sich, obwohl ihre Biographien doch denkbar unterschiedlich sind. Anton will seinen sozialen Abstieg nicht wahr haben, auch wenn die Fakten eine andere Sprache sprechen: Nach dem Studium nicht in den Arbeitsmarkt hineingekommen und weiter sorglos gelebt, findet er sich nach einem durchfeierten Sommer mit 3.000 Euro Schulden auf der Straße wieder. Die Gläubiger und ein Gerichtsverfahren stehen vor der Tür. Verliert er dieses, würde sich sein Schuldbetrag dadurch vervielfachen und die Schwelle zurück in die Mitte der Gesellschaft wäre noch höher, als sie es ohnehin schon ist. Er kämpft, und hadert, und hofft.

Denise ist alleinerziehende Mutter und arbeitet in einem Discounter an der Kasse. Ihre kleine Tochter Linda leidet an Wahrnehmungsstörungen und überfordert sie oft. Sie selbst und ihre Sehnsüchte – nach einem wohlhabenderen Leben oder einer Beziehung zum Beispiel – kommen in diesem Alltag häufig zu kurz. Eine Reise nach New York ist der Wunschtraum, an den sie sich klammert. Darauf spart sie. Dafür hat sie diesen Porno gedreht, dessen Gage allerdings noch aussteht. Sie kämpft, und hadert, und hofft.

3.000 Euro sind etwas mehr als das monatliche Brutto-Durchschnittseinkommen pro Kopf in Deutschland. Während Banken, Konzerne und Länder sorglos mit Milliardenbeträgen spielen, ist dieser vergleichsweise geringe Betrag für die Zukunft von Anton und Denise von existentieller Bedeutung. Thomas Melles Roman, der 2014 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand, ist keine Milieugeschichte, sondern ein ganz nah herangezoomter Blick auf das Leben Zweier am unsicheren Rand einer Gesellschaft, die über Geld funktioniert.

ZEIGENThomas Melle
Thomas Melle schreibt Theaterstücke und Prosa. 2007 erschien sein erster Erzählband bei Suhrkamp. U.a. entstanden die Theaterstücke DAS HERZ IST EIN LAUSIGER STRICHER, AUS EUREN BLICKEN BAU ICH MIR EIN HAUS oder NICHT NICHTS. Sein Roman »Sickster« erschien im Herbst 2011 bei Rowohlt Berlin. Der Nachfolger »3000 EURO« landete auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2014 und wurde 15/16 an diversen Theatern aufgeführt. Mit dem Stück BILDER VON UNS (UA, Theater Bonn) wurde er 2016 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Derzeit entstehen neue Stücke, u.a. für die Theater in Bonn und Bremen sowie das DT, Berlin. Sein neues Buch »Die Welt im Rücken« steht erneut auf der Longlist für Frankfurt.
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Erstaufführung der Bühnenfassung des Autors:

10.6.2015, Münchner Volkstheater