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theater und medien
Theater, UA: 17.11.2014, Theater Nestroyhof Hamakom, Wien
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Synopsis

Im Rahmen des interkulturellen Autorentheaterprojekts WIENER WORTSTAETTEN entstand Azar Mortazavis Nachtstück „Zwischenzeit“ – ein präzise komponierter, stiller Theatertext voller Abgründe.

Die deutsch-iranische Autorin beschreibt darin die Geschichte zweier Schwestern und deren Entfremdung. Während die eine, Maria, ihr Leben lang in Deutschland geblieben ist und nun versucht, sich eine gesicherte bürgerliche Existenz samt Ehemann und Baby aufzubauen, reiste die jüngere Mina ins Land ihres Vaters und kehrt nun nach dessen Tod wieder aus dem Iran zurück.

Innerhalb einer Nacht entspinnt sich ein dichtes Kammerspiel, das mit seiner poetischen Sprache an Bernard Marie Koltès erinnert und dessen Szenen an Bilder von Edward Hopper denken lassen.

ZEIGENAzar Mortazavi
Azar Mortazavi, geboren 1984, studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. Für ihr Stück »Todesnachricht« wurde sie mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis ausgezeichnet. 2011 erhielt sie den Exil-Dramatikerinnen-Preis der "Wiener Wortstaetten". Mit ihrem zweiten Stück ICH WÜNSCH MIR EINS wurde Mortazavi u.a. zum Heidelberger Stückemarkt, zu den Autorentheatertagen Berlin und zu den Mülheimer Theatertagen 2013 eingeladen. Für das Theater Osnabrück entstand das Auftragswerk SAMMY UND DIE NACHT, für die "Wiener Wortstaetten" schrieb sie das Stück ZWISCHENZEIT. Derzeit arbeitet Mortazavi an einem Roman.
Neuigkeiten
Presse
Der Standard

»Azar Mortazavi zeigt in ihrem Stück mit wenigen Worten, wie schier unmöglich es Menschen ist, ihre wahren Wünsche zu artikulieren, zu ihnen zu stehen und dadurch ehrliche Beziehungen aufzubauen. In ›Zwischenzeit‹ lebt jeder ein falsches Leben (mit einer Ausnahme). Man merkt zunächst nichts davon, wie im echten Leben auch. Man begrüßt sich freundlich, lächelt einander herzlich zu. Hans Eschers Regie arbeitet diese Doppelschichtigkeit wunderschön heraus. Er legt eine filigran gedachte Inszenierung vor, die den kleinsten falschen Regungen auf der Spur ist sowie den unausgesprochenen Wahrheiten. Viele Worte und Taten bleiben auf der konzentriert-schlichten, in wonnigliches Traumlicht getauchten Bühne von Renato Uz letztlich nur gedacht, im Konjunktiv. Spricht Toni die schöne Anja am Tresen an, so ist diese Heldentat nichts als seine Fantasie. Stimmungen überlappen einander - markiert und geleitet von der Musik Roumen Dimitrovs. Zu elegisch wird es trotz mancher Tempohänger aber nicht. Dafür sorgen jene herzhaften, grotesk herausgearbeiteten Momente, die jedes Familienleben kennzeichnen, zum Beispiel wie einst das Kennenlernen in der Disco war. Schö

Kurier

»Regisseur Hans Escher gibt Mortazavis schnörkelloser Sprache das passende, zurückhaltend gestaltete Umfeld. Auf einem großen gelben Quadrat stehen ein Sofa, ein Kinderwagen und ein Sessel, der als Bürostuhl wie als Barhocker dient - womit die verschiedenen Schauplätze gerade einmal markiert sind. Die Bilder entstehen beim Zuschauer im Kopf. Und dafür sorgt vor allem das großartig besetzte Vierer-Ensemble. Weniger ist hier viel mehr. Vier von fünf Punkten.«

Die Presse

»›Du wirst deiner Mutter immer ähnlicher‹, sagt die kleine Halbschwester, und sie sagt es, als wäre es die schlimmste Beleidigung. ›Sie war auch deine Mutter, Mina‹, kontert die große. Man ahnt schon zu Beginn: Einfach wird das nicht zwischen den beiden. Die junge deutsch-iranische Autorin Azar Mortazavi hat vier einsame, neurotische – und darin glaubhafte – Charaktere geschaffen, die sich ihr Leben allesamt anders vorgestellt haben. Die Wege der Protagonisten kreuzen sich, die Einsamkeit bleibt.«

Aufführungen

Uraufführung, 17.11.2014, Theater Nestroyhof Hamakom, Wien