KontaktImpressum
theater und medien
UA: 6.2.2015, Schauspielhaus Düsseldorf, Regie: Alia Luque
Bild1 Bild2 Bild3 Bild4 Bild5 Bild6 Bild7 Bild8
Synopsis

Unter sieben Brüdern ist Felix der Auserwählte. Der liebe Staat kümmert sich – wenigstens um ihn: Felix darf Balljunge werden. Tennis, Der weiße Sport: wer mitspielt, hat's geschafft. Auf dem Center Court sucht er seinen Platz neben den altvorderen Balljungen Philipp und Tobi. Ein Mädchenchor steht am Spielfeldrand. Wann geht das Tennis los? Und wer bestimmt eigentlich die Regeln des Dazugehörens? Das ungleiche Trio gerät in Gerangel um dünngesäte Privilegien, denn: Wer unten ist, soll unten bleiben - und Felix bleibt eine Irritation, eine Ahnung vom schlechteren Leben.

Mit einer großen Party im Vereinshaus lässt sich der erfolgreiche Tennisspieler Sebastian feiern. Doch das Fest eskaliert: Sebastians Freundin Kay, die an den Normen für das Dazugehören zu scheitern droht, ruft mit ihren verzweifelten Versuchen, sich in Szene zu setzen, Irritationen hervor. Es kommt zu Ausschreitungen eines wütenden Mobs der Gäste gegen sie…

Leppers Bezugssysteme - deutsche Geschichte, Popkultur, 80er-Jahre-Songtexte, Filmzitate, Literatur und Politikerstatements – kreuzen sich wie die Linien einer Platzmarkierung. Bitterböse nimmt LA CHEMISE LACOSTE die Rituale und Denkmuster einer sogenannten liberalen Gesellschaft aufs Korn. Für die Regie der Uraufführung am Düsseldorfer Schauspielhaus (6.2.15) zeichnet Alia Luque verantwortlich.

ZEIGENAnne Lepper
Mit ihrem Debütstück SONST ALLES IST DRINNEN gewann Anne Lepper beim Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik den Publikumspreis. 2011 wurde sie zum Berliner Stückemarkt eingeladen. Es folgten die Uraufführungen der Stücke SEYMOUR und KÄTHE HERMANN sowie die Einladung zu den Mülheimer Theatertagen 2012. Theater Heute wählte sie zur Nachwuchsdramatikerin des Jahres 2012. Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft verlieh ihr 2013 den mit 10.000 EURO dotierten Dramatikerpreis. Mit ENTWURF FÜR EIN TOTALTHEATER wurde Anne Lepper zum Heidelberger Stückemarkt 2016 eingeladen. MÄDCHEN IN NOT entstand für das Nationaltheater Mannheim.
Neuigkeiten
Presse
nachtkritik

»Die Inszenierung von Alia Luque verhilft Leppers knappen, fliegenden Szenen zu einer erstaunlichen Klarheit und Brisanz. La Chemise Lacoste ist eine abgründige Parabel über die gefährliche Macht einer Bürgerlichkeit, die Selbsterhalt und Kastendenken über alles stellt.«

Der Spiegel

»Regisseurin und Ensemble gelingt es, den so störrischen, widerborstigen, eigensinnigen Text in Szene zu setzen, ohne ihm seinen Zauber zu nehmen. Das Geheimnis: Sie sprechen den Text, aber sie spielen ihn kaum; sie stellen ihn aus.«

Westdeutsche Zeitung

»In knapp 90 Minuten schlagen die Schauspieler sich Sätze um die Ohren, die keiner klaren Handlung folgen und doch perfekt platziert sind. Eine gelungene Parabel, die auf einem Tennisplatz das gesellschaftliche Drama von arm und reich, oben und unten, drinnen und draußen verhandelt. Unter der Regie von Alia Luque ergibt sich ein Gesamtbild, das moralisch ist, ohne die Keule zu schwingen.«

Aufführungen

Uraufführung: 6.2.2015, Schauspielhaus Düsseldorf

Schweizer Erstaufführung:

Theater an der Winkelwiese, 2016