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theater und medien
Theater, UA: 06.06.2013, Münchner Kammerspiele, Regie: Johan Simons
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Synopsis

Woran glauben die Menschen? Welche Gebete sprechen sie? Welche Sprache versteht ihr Gott? Welche Lieder stimmen sie an? Welche Kirchen, Gebetsräume, Tempel besuchen sie? Glauben die Menschen, daß ihr Glaube Privatsache ist? Glauben die Menschen, daß ihr Glaube politisch ist? Glauben die Menschen an die Freiheit der Anderen? Glauben die Menschen an eine bessere Welt? An Befreiung? An sich selbst?

Diese Fragen standen am Anfang der Recherche. Aus der Recherche entstand ein Stück: URBAN PRAYERS. Das Geschehen wandert durch die Stadt. Der Chor der Betenden tritt an heiligen Orten auf. Singend und sprechend. Begleitet von Begegnungen und Debatten. Mit dem Format URBAN PRAYERS sucht Björn Bicker nach dem Wesen des Religiösen im sozialen und politischen Kontext der Stadt.

ZEIGENBjörn Bicker
Von 2001-09 war Björn Bicker Dramaturg an den Münchner Kammerspielen. Dort erfand, entwickelte und leitete er u. a. gemeinsam mit Peter Kastenmüller und Michael Graessner die Stadtprojekte BUNNYHILL und ILLEGAL. Für sein Stück DEPORTATION CAST erhielt er den Deutschen Jugendtheaterpreis. 2013 folgte mit WAS WIR ERBEN (Kunstmann Verlag) Bickers erster Roman. 2016 folgte, ebenfalls bei Kunstmann München, das Buch WAS GLAUBT IHR DENN. Zuletzt entstanden gemeinsam mit Malte Jelden die Stadtraumprojekte URBAN PRAYERS (Münchner Kammerspiele), NEW HAMBURG (Schauspielhaus Hamburg), CITY OF YOUTH (Staatstheater Stuttgart), MUNICH WELCOME THEATRE (Münchner Kammerspiele) und URBAN PRAYERS RUHR.
Neuigkeiten
Presse
Süddeutsche Zeitung

»Björn Bicker hat einen fabelhaften Text geschrieben. Simons rhythmisiert mit den abenteuerlich aufgeweckten Darstellern den Text zu einem pulsierenden Sog, aus allen Ungewissheiten entsteht eine einzige Gewissheit, die einer Frage: „Was glaubt ihr eigentlich wer wir sind?«

taz

»Näher ist Johan Simons seinem Ideal des für alle Bevölkerungsgruppen offenen Stadttheaters noch nie gekommen. Bickers Text beschwört eine heterogene Gemeinschaft, die die Frage nach ihrer Eigenart an die Zuschauer zurückgibt: „Was glaubt ihr denn, wer wir sind?“ Chorisch, jede Silbe in emotionsbereinigtem Stakkato von der folgenden abgesetzt, beginnt der Text. Mal pocht einer, die Tonhöhe leicht variierend, auf Individualität. Dann zersplittert der Chor in Einzelstimmen, Meinungspingpongs und Widersprüche. Der hoch konzentrierte Text ist mit so feiner Musikalität umgesetzt, daß er ein äquivalentes, aber dezidiert nichtpathetisches Gegengewicht zu den christlichen Unterbrechergesängen des Theaterchors bildet. Bicker, der den Text vorab allen am Projekt Beteiligten zu lesen gab, hat sich klug vom Theologischen ferngehalten, das sofort die Unterschiede betonen und Abgrenzung provozieren würde. Stattdessen hat er gebündelt, wie die Gläubigen Gemeinschaft definieren und sich selbst in ihrer Position zur Stadt. Das Theater als Türöffner, hier hat es funktioniert.«

Deutschlandradio

»Mit Urban Prayers ist Björn Bicker zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Als er vor neun Jahren zusammen mit Peter Kastenmüller mit dem Projekt Bunnyhill in das Problemviertel Hasenbergl vordrang, da erfanden die beiden das Format Stadtraumprojekt, das inzwischen von vielen Stadttheatern kopiert wurde. Das Bedürfnis der Theater ist verständlich, ihre angestammten Musentempel zu verlassen und sich Themen zu widmen, die sich in der unmittelbaren Begegnung auf eine ganz andere Weise öffnen. Hier kann es im besten Fall seinem gesellschaftlichen Auftrag noch einmal in ganzer anderer Weise nachkommen. Daß dies funktionieren kann, zeigte gestern Abend in München Urban Prayers auf beeindruckende Weise.«

Aufführungen

Uraufführung,

Juni 2013, Münchner Kammerspiele

Aufführung:

Ruhr-Triennale 2016

Aufführung:

Theater Osnabrück, 2016/17