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theater und medien
Theater, 4 H, Uraufführung dieser Fassung: 10.11.2012, Schauspiel Frankfurt
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Synopsis

F. Scott Fitzgerald zählt zu den herausragendsten Vertretern der modernen amerikanischen Erzählliteratur. Er gilt als Sprachrohr der so genannten »Lost Generation«, jener desillusionierten Generation von Schriftstellern, die sich zwischen Erstem Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise enttäuscht von Amerika abwandten. »Der große Gatsby« kritisiert die Pervertierung des American Dream, durch die sich das Streben nach Glück und Freiheit auf das Erreichen von Reichtum und Macht reduziert, sowie die Oberflächlichkeit einer ausschweifenden Konsumgesellschaft kurz vor ihrem wirtschaftlichen Niedergang. Aus mittellosen Verhältnissen stammend, hat es Jay Gatsby mit undurchsichtigen Geschäften zu immensem Reichtum gebracht. Damit hofft er, seine Jugendliebe Daisy, eine junge Frau aus vermögender Familie, zurückzugewinnen. Diese hat während seiner Abwesenheit trotz ihres Versprechens, auf ihn zu warten, den steinreichen, aber untreuen Footballspieler Tom Buchanan geheiratet und sich längst ihrer zynischen und korrupten Umgebung angepasst. Beeindruckt von Gatsbys sagenhaften Partys, seinem luxuriösen Lebensstil, beginnt Daisy erneut eine Liebesaffäre, jedoch mit katastrophalem Ausgang.

Christopher Rüping hat Fitzgeralds Vorlage für die Bühne bearbeitet und die Rolle des Romanhelden Jay Gatsby auf vier Männer verteilt. Die Deutsche Bühne kommentierte: »Die derzeit überzeugendste Begegnung mit dem ›Gatsby‹-Material findet in den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt statt. Ohne Dramatiker an der Seite hat der junge Regisseur Christopher Rüping eine Fassung erarbeitet, die zugleich ganz nah an Fitzgeralds Roman bleibt und dabei so weit über ihn hinaus weist wie keine andere. Nick, Erzähler des Romans, bleibt auch hier Erzähler des Stücks – wird aber auf der Bühne vervierfacht. Benedikt Greiner und Nils Kahnwald, Oliver Kraushaar und Viktor Tremmel, das herausragende ›Gatsby‹-Ensemble dieser Tage, drängeln sich immer mal wieder darum, zu wem gerade welche Rolle am besten passt. Rüping gelingt eine Mischung, die dem Roman ganz ohne jede realistische Behauptung besonders gerecht wird.«

ZEIGENChristopher Rüping
Christopher Rüping assistierte zunächst am Schauspiel Hannover und begann anschließend sein Regiestudium an der Theaterakademie Hamburg und der Zürcher Hochschule der Künste. Während des Studiums entstanden eigene Arbeiten, unter anderem am St. Pauli Theater, auf Kampnagel und am Theater Kiel. Seit der Spielzeit 2011/2012 arbeitet er als freier Regisseur an den Staatstheatern in Braunschweig, Hannover und Stuttgart, am Schauspiel Frankfurt, am Thalia Theater Hamburg, am Volkstheater München und am Theaterhaus Jena. Seine Frankfurter Inszenierung von DER GROSSE GATSBY wurde zum Radikal Jung-Festival 2012 des Münchner Volkstheaters eingeladen.
Neuigkeiten
Presse
Frankfurter Rundschau

»Rüping befreit sich davon, etwas auf der Bühne abbilden zu müssen und er findet eine animierende Möglichkeit, mit dem nicht zu greifenden Erzähler die Geschichte zu entfalten. Alle vier Schauspieler sind dabei überzeugend. Wunderbar ist Nils Kahnwald, der Carraway nicht nur einen eigenen, bezaubernden Charme gibt, sondern gern in die Rolle Daisys fällt, der Frau des groben Tom Buchanan, in die Gatsby schwärmerisch-tragisch verliebt ist. So übersetzt die Aufführung das Traumartige der geschriebenen Sprache in die verspielte Präsenz des Gesprochenen.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Jeder stellt sich vor als Nick Carraway, jeder führt mit den gleichen Worten das Publikum in die Erzählung ein - und jeder zeigt eine andere, dabei glaubwürdige Charaktervariante des kommentierenden Erzählers. In rasendem Wechsel springt dann das Quartett von Szene zu Szene, jeder spielt für Sekunden Dandys und Mafiosi, ist der feiste neureiche Ex-Footballer, jeder wird mal zu Gatsby, gibt mal dessen flatterhafte Geliebte und mal die ordinäre Geliebte ihres Gatten, zeichnet einen denkfaulen Automechaniker oder einen Salonlöwen oder eben den empfindsamen Beobachter Nick. Jeder ist alle - ein Fest für Schauspieler.«

Frankfurter Neue Presse

»Abgesehen davon, dass es eine Freude ist, zuzusehen, wie die vier Schauspieler mühelos den Spagat zwischen ironischer Distanz und ernsthaftem Gefühl, Innensicht und Außenansicht einer Figur bewältigen, schafft Rüping es, die kleinen Brüche des Romans und dessen Protagonisten einzufangen. Nebenbei entpuppt er sich auch noch als ehrlicher Erzähler. Sehenswert!«

Die Deutsche Bühne

»Die derzeit überzeugendste Begegnung mit dem ›Gatsby‹-Material findet in den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt statt. Ohne Dramatiker an der Seite, nur mit Dramaturgen-Hilfe hat der junge Regisseur Christopher Rüping eine Fassung erarbeitet, die zugleich ganz nah an Fitzgeralds Roman bleibt und dabei so weit über ihn hinaus weist wie keine andere. Nick, Erzähler des Romans, bleibt auch hier Erzähler des Stücks – wird aber auf der Bühne vervierfacht. Benedikt Greiner und Nils Kahnwald, Oliver Kraushaar und Viktor Tremmel, das herausragende ›Gatsby‹-Ensemble dieser Tage, drängeln sich immer mal wieder darum, zu wem gerade welche Rolle am besten passt. Und so spielen sie alle Parts, männliche wie weibliche, immer durcheinander und in atemberaubend abenteuerlichem Ton. Rüping gelingt eine Mischung, die dem Roman ganz ohne jede realistische Behauptung besonders gerecht wird. Dabei verwandelt sich die Geschichte zur Story von der aktuellen Jagd nach dem Glück – vier Personen suchen einen Gatsby.«

Aufführungen

Uraufführung dieser Fassung

10.11.2011, Schauspiel Frankfurt