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theater und medien
Theater, UA: 23.3.2012, Oldenburgisches Staatstheater in Koproduktion mit dem Frascati Amsterdam, Regie: andcompany&Co.
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Synopsis

Ein Jahr vor der Französischen Revolution verfasste Friedrich Schiller die historische Studie Der Abfall der Niederlande. Der achtzigjährige Unabhängigkeitskrieg (1568–1648) markierte für ihn den Beginn einer Epoche: die Ära freier Bürger, Märkte und Staaten. Über den jungen ›Freistaat‹ schrieb Schiller: »Die Niederländer schützen sich durch Dämme gegen ihren Ozean und gegen ihre Fürsten durch Konstitutionen.« Die Fürsten sind verschwunden. Der Kapitalismus, von holländischen Kaufleuten auf Kurs gebracht, erleidet Schiffbruch in den selbst entfesselten Stürmen. Das wogende Meer, für Schiller das Gegenelement zum festen 
Grund des Staates, hat das Fundament unterspült, auf dem auch das künftige ›Nationaltheater‹ stehen sollte, an dessen Gründung Schiller arbeitete. Während Niederländer, Engländer und Franzosen eine Revolution durchführten, schrieben die Deutschen Theaterstücke darüber.

In diesem deutsch-holländischen Projekt wird ein temporäres Nationaltheater ausgerufen, das Szenen aus klassischen Werken deutscher Dramatiker erprobt, in denen die Geschichte jener Freiheit beschrieben wird, die vor 444 Jahren in Holland geboren wurde und heute dort zu Grabe getragen wird: Schillers Don Carlos und Goethes Egmont. Doch der kommende Aufstand wird sich nicht länger gegen eine Macht richten, die von außen kommt, sondern von innen, wie es in der vor kurzem anonym in Frankreich erschienen und auch hierzulande viel diskutierten politischen Kampfschrift Der kommende Aufstand beschrieben wird.

ZEIGENandcompany&Co.
Das internationale Theater- und Performancekollektiv andcompany&Co., 2003 in Frankfurt/M. gegründet, versteht sich als offenes, aber verbindliches Netzwerk. Den Kern bilden Alexander Karschnia, Autor und Theaterwissenschaftler, Nicola Nord, Sängerin und Performerin, sowie Sascha Sulimma, Musiker und DJ. Ihre Performances sind ein humorvolles Spiel mit Fakten und Fiktionen, das Bruchstücke ästhetischer und philosophischer Entwürfe des 20. und 21. Jahrhunderts musikalisch verdichtet und zu einem eigenen politischen Statement neu abmischt. Nach zu Beginn v.a. freien Produktionen erweitert das Kollektiv seinen Wirkungskreis zunehmend in Richtung Stadttheater.
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Uraufführung: 23.3.2012, Oldenburgisches Staatstheater