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theater und medien
Theater, UA: 11.06.2011, Huajuyuan-Theater, Qingdao, Volksrepublik China / 05.11.2011, Westfälische Kammerspiele Paderborn
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Synopsis

Qingdao, eine Stadt in den Kriegswirren. Ein junger Deutscher muß 1947 aus politischen Gründen seine chinesische Heimat verlassen. Zurück läßt er Mei Lin – seine große Liebe. Mit im Gepäck: Ein sprechender Drachenzahn und die Erinnerung an die gemeinsamen Stunden. Aber aus dem "Bis später, ich komme, sobald ich kann, zurück", wird fast ein ganzes Leben.

Kurz vor seinem Tod überreicht der mittlerweile alte Mann seiner Enkelin eine Schuhschachtel mit Briefen, Tagebüchern, Fotos, Ansichtskarten ... Und das Märchen vom Jungen und vom Pfirsichblütenmädchen, das er seiner Enkelin immer erzählt hat, wird plötzlich wahr. Mit seiner Hilfe tastet sich die Enkelin in Großvaters Erinnerungen vor und zurück. Parallel wird die Geschichte aus Mei Lins Perspektive erzählt. Als würde sie aus der Schuhschachtel sprechen. Eine Annäherung an eine große Liebe, an die Angst davor, an die Sehnsucht, an eine Zeit, die weder sie noch er ein Leben lang vergessen können. Und als Großvater stirbt, macht sich die Enkelin 60 Jahre später auf den Weg zurück nach Qingdao, um zu schaffen, was Großvater nicht geschafft hat: Mei Lin zu finden.

ZEIGENAndreas Sauter
Nach dem Studium im Zürich und Berlin arbeitet Andreas Sauter als Autor und Regisseur für Theater, Hörspiel und Film. Gemeinsam mit Bernhard Studlar gewann er 2000 den Kleist-Förderpreis für das Stück A. IST EINE ANDERE. Andreas Sauter ist Mitbegründer der Autoreninitative »Uns pflegen - heißt euch pflegen; 10 Wünsche für ein künftiges Autorentheater«, sowie des Berliner DramaTischs. Für die Westfälischen Kammerspiele in Kooperation mit dem Huajuyuan Theater Qingdao in China hat Sauter das Stück DAS WEISSE ZIMMER geschrieben, das 2011 in China uraufgeführt wurde. Die Premiere in Paderborn erfolgte im November 2011. 2015 bearbeitete Andreas Sauter im Auftrag des SWR die »Ismael«-Trilogie nach den Büchern von Michael Gerard Bauer als Hörspiel. Gemeinsam mit anderen Autoren, u.a. Maxi Obexer, schrieb Andreas Sauter im Auftrag des Theaters St. Gallen an der Gemeinschaftsarbeit »Das Schweigen der Schweiz« (UA: Dezember 2016).
Neuigkeiten
ZEIGENAndreas Sauter: DAS WEISSE ZIMMER gewinnt den höchsten chinesischen Theaterpreis

Die im Rahmen der internationalen Theaterpartnerschaft zwischen dem Huajuyuan-Theater Qingdao/China und dem Theater Paderborn entstandene Uraufführung von DAS WEISSE ZIMMER wurde mit dem höchsten chinesischen Sprechtheaterpreis, dem „Goldenen Löwen“, in zwei Kategorien ausgezeichnet: Für die beste Theaterproduktion und für den besten Schauspieler. Mit dem Theater Paderborn wird zum ersten Mal ein nicht chinesisches Theater ausgezeichnet. DAS WEISSE ZIMMER, das der Schweizer Autor Andreas Sauter für die Theaterkooperation geschrieben hat, ist ein bilinguales Theaterstück, das in Deutscher und Chinesischer Sprache inszeniert wurde. Die Inszenierung, deren Kern auf einer historischen Tatsache beruht, hat die interkulturellen Wurzeln des Stückes bewußt in den Vordergrund gestellt und die Eigenständigkeit der unterschiedlichen Schauspielstile in einem reizvollen Kontrast bewahrt. Uraufgeführt wurde „Das weisse Zimmer“ am 11. Juni 2011 in Qingdao, China und am 5. November 2011 in Paderborn.

Presse
Theater der Zeit

»Sauter macht aus dem Konzept des ständigen Perspektivwechsels eine Tugend für möglichst leichte Verständlichkeit und schaffte es, die Geschichte halbwegs synchron in beiden Sprachen erzählen zu lassen. Genau dieses Konzept geht unter die Haut. Mit der gleichen brennenden Intensität erzählen die zwei deutschen und drei chinesischen Schauspieler vom tragischen Liebesschicksal - und machen Sprachkenntnisse überflüssig. Man spürt jeden Moment das Herzblut, das Choreograf, Kostümbildner und Musiker aus China sowie der Autor und Regisseurin Maya Fanke aus Deutschland in das sorgfältig komponierte Werk gesteckt haben. Keine Spur mehr von mentalem Fremdeln gegenüber dem fernen China. Da leistet Theater deutlich mehr als Politik und Diplomatie: Es zeigt, daß es jenseits des Turbokapitalismus und autoritärer Herrschaftsstrukturen menschliche Geschichten gibt, die genauso gut die unseren sein könnten.«

Stefan Keim, Kulturstiftung des Bundes

»Der Raum ist weiß. Leitern stehen an den Wänden, auf dem Boden Schreibmaschinen, Koffer, ein kleines Podest. Nüchtern wirkt das Bühnenbild von Wolfgang Menardi auf den ersten Blick. Doch nach 90 Minuten geht man angerührt, vielleicht sogar verzaubert aus dem Theater. Und am Ende steht die Frage, ob sie (die Enkelin) wirklich nach einer verloren gegangenen Liebe forscht. Oder ob große Gefühle die Lebenswirren überdauern und auf einer anderen Realitätsebene Seelen zusammen finden. Das Saallicht ist längst an, die Zuschauer klatschen unverdrossen weiter. Sie sind zutiefst beeindruckt. Vieles bleibt rätselhaft in diesem Stück, und das ist eine Stärke.«

Qingdao Financial Daily

»Die Qingdaoer sind so glücklich, das Stück zu sehen. Diese Theaterkooperation ist eine hervorragende Zusammenstellung von deutschen- und chinesischen Künstlern, die gemeinsame Interpretation eines großen Dramas. Die ist wie ein seltenes Fest für die Theater-Fans und auch ein Meilenstein der Zusammenarbeit. Es ist wirklich unglaublich.«

Aufführungen

UA: 11.06.2011, Huajuyuan-Theater, Qingdao, Volksrepublik China 

05.11.2011, Westfälische Kammerspiele Paderborn