KontaktImpressum
theater und medien
Theaterstück, 3D - 4H, UA: 15.12.2006, Staatstheater Dresden
Bild1 Bild2 Bild3 Bild4 Bild5 Bild6 Bild7 Bild8
Synopsis

Was, wenn es einen gibt, einen Identischen? Was, wenn er das Ersatzteillager sein soll für die eigene körperliche Unzulänglichkeit? Was, wenn sich der andere auch noch als das stärkere, lebenstüchtigere Modell des Selbst erweist? Im ZWILLING gibt es einen jungen Menschen namens Adrian einfach noch ein zweites Mal: Adrian 2. Aber dieser Adrian 2 ist geklont, und er ist das Ersatzteillager für den ersten, natürlichen Zwilling, falls dieser krank werden wollte. Allerdings geht diese theoretische Idee nicht auf. Denn Zwilling eins, auf dem alle Hoffnungen ruhen, versagt im Leben auf ganzer Linie.

Auszug

»Wir haben euch halt ein bißchen vervielfältigt, na und? Die Welt macht das ständig. Alles ist Vervielfältigung, wenn du so willst, die Welt ist eine reine Kopiermaschine! oder kennst du ein Tier, ein Wesen, das es nur ein Mal, ein einziges Mal nur gibt? Kannst du einen Flamingo von einem anderen unterscheiden, Langusten, Flughunde, Eidechsen, Fliegen? Kein Pavianarsch ist von einem anderen zu unterscheiden und: sind wir es für sie? Wir haben nur nachgemacht, was die Welt milliardenfach tut, nicht mehr.«

ZEIGENMaxi Obexer
Maxi Obexer studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie und Theaterwissenschaft in Wien und Berlin. Sie hat sich einen Namen mit politischen Stücken, Hörspielen und Essays gemacht. Ihre Stücke wurden u.a. an den Staatstheatern in Braunschweig und Dresden, am Theater Freiburg, am Theater Basel und am Theaterhaus Jena aufgeführt. Obexer lehrte Drama am Dartmouth College, USA, und ist Gastprofessorin für Szenisches Schreiben an der Berliner UdK. 2012 erschien ihr erster Roman »Wenn gefährliche Hunde lachen«. Das Stück ILLEGALE HELFER, vom WDR als Hörspiel produziert, wurde 2016 unter großer Beachtung in Salzburg und Potsdam aufgeführt. 2017 folgt mit GEHEN UND BLEIBEN ein Auftragswerk für das Hans Otto Theater in Potsdam.
Neuigkeiten
Presse
Dresdner Neueste Nachrichten

»Das Stück trifft wie ein Satz der Mutter: »Es war immer ein Phantomschmerz, wie in einem amputierten Bein«, sagt sie, um Rubin anzudeuten, wie sie sein Fehlen empfunden habe. Und um anzufügen. »Ich bin immer Deine Mutter.« Dann wird offenbar, dass die Autorin Margareth Obexer nicht nur Grundfragen von Verlust und Ersatz verhandelt. Es ist der Hinweis darauf, dass wir im Leben oft die falschen Kämpfe kämpfen, so wie Rubin anfangs das Wissen um seine Existenz an Adrian abreagieren will. Deshalb bleibt der brüderliche Selbstmord in den schneebedeckten Bergen der einzige Ausweg. Den Menschen können schließlich beide nur noch misstrauen. Die Wahrheit liegt allein im Reagenzglas. In vitro veritas.«

die tageszeitung

»Und gerade in den Emotionen der Liebe und des Verlangens,hervorgerufen durch eine ambivalente Künstlichkeit, zeigt sich die nicht aufzulösende Verstrickung aller Figuren des Stückes in ein Netz aus Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit... Der Charakter der Aufführung, der viele überraschende Handlungsebenen eröffnet und die Berührungspunkte zwischen Körper, Geschlecht und Artifizialität, mal ernsthaft, mal ironisch verhandelt, macht aber immer deutlich, dass eshier um mehr geht als um bloße Gedankenspiele.«

Aufführungen

UA, 15.12.2006, Staatstheater Dresden
Regie: Nina Gühlstorff