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theater und medien
Theater, UA: 27.11.2010, Schauspielhaus Graz, Regie: Boris Nikitin
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Synopsis

Dorfrichter Adam ist nachts in Eves Haus geschlichen. Vom Verlobten des Mädchens überrascht, schwer verprügelt, aber unerkannt in die Flucht geschlagen, muss er anderen Tags sprachgewandt über seine eigene Untat Gerichtstag halten. Lügt er oder sagt er die Wahrheit? Mehrdeutig ist beides. Sprache dient dazu, sich zu verständigen, Sachverhalte aufzuklären oder diese zu verschleiern. Auch wenn die Wahrheit nicht in der Sprache selbst zu finden ist, wird diese als wichtiges Instrument zur Wahrheitssuche benutzt. Wie kaum ein anderer hat Heinrich von Kleist an der Bürde der Subjektivität von Sprache gelitten. Ihre unerträgliche Zweideutigkeit steht im Zentrum seiner Dichtung. Wirklichkeits- und Identitätskrisen dominieren sein schriftstellerisches Werk. 

Boris Nikitin unternimmt mit einem Schauspieler – anhand von Kleist – eine Berufsbefragung: zum Verhältnis von Sprache und Körper, Wahrheit und Schein, Fassade und Innerlichkeit.

 

Eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt 2011

ZEIGENBoris Nikitin
Boris Nikitins Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Theater und Wissenschaft. Zentrale Themen sind dabei die Auseinandersetzung mit den Grenzen zwischen Dokumentarischem, Biographie und Fiktion, sowie die Beziehung zwischen Kunst und Recht. Nikitin, Absolvent des Studiums Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen, erhielt zahlreiche Preise. Neben freien Produktionen, u.a. an der Kaserne in Basel, arbeitet Nikitin immer wieder am Stadttheater, z.B. am Schauspielhaus Graz oder am Theater Freiburg. 2013/14 entstanden zudem Produktionen für den steirischen herbst und die Ruhr-Triennale. Es folgten weitere freie Arbeiten, u.a. MARTIN LUTHER PROPAGANDASTÜCK (Eingeladen zu IMPULSE 2016) und das neue Stück HAMLET.
Neuigkeiten
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nachtkritik

Raffiniert verschränkt entwickelt sich ein beinah ins Philosophische schraubender Diskurs, der doch immer ganz nahe am (Theater)Leben bleibt, greifbar scheint und sonnenklar, wie von Bühnenscheinwerfern beleuchtet. (...) Es steckt eben viel energetisches Potential drin, wenn man sich mit Kleist und einem diskurs-freudigen Regisseur und Stückerfinder wie Boris Nikitin einlässt auf eine Betrachtung von Sprache und ihrer (Un)Schärfe.

Kleine Zeitung

»Ehe sich 2011 der Todestag Heinrich von Kleists zum 200. Mal jährt, haben Ensemblemitglied Gustav Koenigs, Sprecherzieher Michael Jackenkroll und Regisseur Boris Nikitin einen Abend entwickelt, der sich als Kleinod erweist - und als Prototyp einer Langzeitserie gelten darf.«

Aufführungen

Uraufführung

27.11.2010, Schauspielhaus Graz