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theater und medien
Libretto, UA: 4.11.2010, Neuköllner Oper, Berlin
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Synopsis

Jonathan steht kurz vor der Abiturprüfung und lebt mit seiner Mutter in einer kleinen Dreizimmer-Wohnung. In letzter Zeit hat er von dieser Wohnung hauptsächlich ein Zimmer gesehen, und zwar seins. Denn vor der Zimmertür wartet eine Welt, die krank machen muss, eine Welt voll mit Prüfungen, Vater, Mutter und anderen Menschen, die ständig etwas von ihm wollen.

Man könnte sagen, Jonathan hat sich in letzter Zeit etwas zurückgezogen. In seine Welt, in die Welt der Klänge. Denn alles was uns umgibt, ist Licht oder Klang, eben Frequenz. Jonathan kann Dinge hören, darin ist er ziemlich gut. Und er hat den Klangwandler gebaut, der alles in Frequenzen übertragen kann – die Gebäude der Schule, das Gekläff vor dem Haus, die Predigten seines Vaters, alles wunderbare, sonore Klanglandschaften. Dumm nur, dass unvermutet Mimi auftaucht, die zwar nicht so gut hört, aber da draußen wohnt und alles durcheinander bringt...

 »Klangwandler« ist die erste gemeinsame Arbeit von Kai Ivo Baulitz mit dem Komponisten und Klangforscher Peter Michael von der Nahmer (u. a. "Berliner Opernpreis 2010"-Preisträger). 

ZEIGENKai Ivo Baulitz

Kai Ivo Baulitz, geboren 1971 in Düsseldorf, besuchte nach dem Abitur die Westfälische Schauspielschule in Bochum. Es folgte ein Engagement am Deutschen Theater in Göttingen. Auch in Bochum und Wuppertal stand er auf der Bühne. 1999 entdeckte Margarethe von Trotta ihn für die Arbeit vor der Kamera. Seine Theatertexte wurden u.a. am schauspielfrankfurt, am Staatsschauspiel Dresden und der Neuköllner Oper uraufgeführt. In der Spielzeit 2010/11 entstand für das Theater Magdeburg ein neues Stück.

Neuigkeiten
Presse
Der Tagesspiegel

»Man stelle sich einen Menschen vor, der alle Dinge in seiner Umgebung so deutlich hört, wie andere Menschen sie sehen. An der Neuköllner Oper machen der Komponist Peter Michael von der Nahmer und der Librettist Kai Ivo Baulitz mit ihrem neuen Stück ›Klangwandler‹ die Probe aufs Exempel. Doch Titelheld Jonathan, der kurz vorm Abi steht und mit seinen Eltern den altersüblichen Stress hat, ist mit dieser Fähigkeit überfordert. Er zieht sich ganz in seine Welt zurück – bis er die Bekanntschaft mit der prolligen Mimi macht. (...) Wie Friedrich Rau (Jonathan) und Julia Gámez Martin (Mimi) in der Inszenierung von Mario Portmann und der Choreografie von Julieta Figueroa an dieser Wand mal eine Abiprüfung, ein schüchternes Bad im See oder eine rasante Autofahrt darstellen, ist allemal virtuos, anmutig und unterhaltsam genug. (...) Akustische Fundstücke wie der Kaktus auf dem Fensterbrett oder Omas Augengläser mit den hornbrillenartig hochgezogenen Klangrändern, die Jonathan seiner Mimi präsentiert – sie genügen, um den spinnerten Kerl zu mögen.«

(Der Tagesspiegel)

Berliner Morgenpost

»Der Plot ist dramaturgisch überzeugend realisiert, die Texte (Kai Ivo Baulitz) vereinen Pfiff mit Philosophie, die Musik (Peter Michael von der Nahmer) bietet mehr als nur Geräusch, nämlich eine coole Mischung aus Erik Satie und Brian Eno – das ganze vielleicht eine Parodie auf die elektroakustischen Forschungen des Pariser Ircam-Studios. Die Ästhetik der Neuköllner Oper triumphiert auf allen Ebenen. Am Ende schafft Jonathan das Abitur, während Mimi im Knast sitzt und beschließt, ›in Zukunft mal ne Weile gesünder zu leben und nur noch Fahrräder zu klauen.‹ Und der Cheeseburger, wie klingt der? Natürlich genauso miserabel wie er schmeckt.«

(Berliner Morgenpost)

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