KontaktImpressum
theater und medien
Theater, UA: 30.10.2010, Schauspiel Leipzig, Regie: Mareike Mikat
Bild1 Bild2 Bild3 Bild4 Bild5 Bild6 Bild7 Bild8
Synopsis

Wann verschwindet schon mal ein Staat? Oft! Die große Staatenauflösung ist zwanzig Jahre her. Gegenwärtig werden Staaten aus ganz anderen Gründen zu anachronistischen Gebilden. Und in Zukunft? Was bleibt, sind organisierte Einzelne, vielleicht noch in Schwärmen organisiert. Der Kampf um das Morgen ist längst entbrannt und mit ihm der Kampf darum, wie das Heute zu deuten ist.

Die einzigartige Melodie, die sich in PeterLichts Theatersprache formuliert, bewegt sich innerhalb der Grenzen von Lyrik, Musik und Populärkultur. Das Schauspiel Leipzig hat PeterLicht gebeten, einen Text zu schreiben über das Grundgefühl einer Generation, für die Hoffnung und Fluch der Utopie Ein Deutschland ganz nahe beieinander liegen … 

»Es war nirgendwo mehr ein Staat / an dem man sich hätte abschaben müssen / Es reichte kein Staat mehr bis unter die Achseln oder bis über den Mund oder die Augen / Niemand stand auf Zehenspitzen für seine Sicht oder seinen Atem / Es gab keinen Staat / Und es gab in dieser Nacht – in diesen Nächten / auch in keinem anderen Land der Welt mehr einen Staat / die Idee von einem Staat war abhanden gekommen«

 …  ein Bühnentext, der versucht, für diese Generation zu sprechen; eine Generation, die durch den Zerfall der Systeme geprägt und die jetzt nicht bereit ist, auch noch den unsystematischen Zerfall einfach hinzunehmen.

(Johannes Kirsten)

ZEIGENPeterLicht
Der Musiker, Liedermacher und Poet beeindruckt in unterschiedlichen Genres. Mit dem vielfach nachgespielten Text DIE GESCHICHTE MEINER EINSCHÄTZUNG AM ANFANG DES DRITTEN JAHRTAUSENDS ist Licht seit vielen Spielzeiten am Theater präsent. Für das Düsseldorfer Schauspielhaus schrieb er das Kinderstück WUNDER DES ALLTAGS, mit dem er zu den Mülheimer Theatertagen 2013 eingeladen wurde. Gemeinsam mit dem Regie-Kollektiv SEE! entstand für das Schauspiel Köln DAS SAUSEN DER WELT. 2014 veröffentlichte er unter dem Titel LOB DER REALITÄT ein Live-Album und ein gleichnamiges Buch. Für das Maxim Gorki Theater überschrieb er 2010 Molières Komödie DER GEIZIGE. 2016 folgte die Adaption vom MENSCHEN FEIND für das Theater Basel. Der BR bezeichnet den Autor als »Lichtblick für das deutsche Stadttheater«. Licht setzt seine Zusammenarbeit mit dem Theater Basel fort.
Neuigkeiten
Presse
Leipziger Volkszeitung

»Licht bietet wie gewohnt philosophische Geistesblitze, die die Wirklichkeit wie in seinem genialen Text ›Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des Jahrtausends‹ aus einer verrückten Perspektive betrachten: Schon der Titel ›Abhandenkommen der Staaten‹ macht jahrelange Prozesse zu einem Versehen im Nebenbei. Derlei poetische Schnipsel durchziehen den nur rund eineinhalbstündigen Abend: Gesichter werden zu ›statistischen Vorgängen‹, die Menschen begeben sich ›auf die Dächer ihrer Hoffnung‹, um von dort in die Freiheit zu entkommen. Ein sympathischer, rätselhafter und inspirierender Beitrag zum Spielzeitmotto "Deutschland" und eine ungewöhnliche Annäherung an die deutsche Umbruchszeit, die vor allem jüngeren Generationen mehr sagen dürfte als Sonntagsreden zur Einheit.«

Aufführungen

Uraufführung

30.10.2010

Schauspiel Leipzig