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theater und medien
Monolog, UA: 16.9.2005, Theater Osnabrück, Regie: Tanja Richter
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Synopsis

Ein Dreißigjähriger begleitet seine Großmutter beim Sterben. Jetzt sitzt er auf der Bühne und beginnt zu erzählen. Zusammen mit den Zuschauern macht er sich auf die Suche. Die Suche nach der verlorenen Zeit. Die Zeit, die verschwindet, wenn jemand plötzlich nicht mehr da ist. Assoziativ umkreist er die Frage nach dem Sterben. Erinnerungen werden frei, Geräusche und Bilder: Fellreste an den Haken beim Schlachten, die getönten Scheiben der Limousine bei einer Beerdigung, jemand in Siegerpose, der eigentlich schon tot ist. Vom Sofa aus schaut er zu, wie Flugzeuge abstürzen und Menschen in Trümmern nach Überlebenden suchen. Soldaten robben über Bildschirme, während sich irgendwo Zwergflamingos paaren. Im Nebeneinander von Banalität und Existentialität der Todeserfahrung kommt er seinem eigenen Leben wieder näher. Andreas Sauters lakonischer Bühnenerzähler ist ein Schwimmer, der für einen Moment jede Bewegung unterläßt, das Sinken in jedem Detail registriert - bevor er wieder auftaucht und weiteratmet.

 

ZEIGENAndreas Sauter
Nach dem Studium im Zürich und Berlin arbeitet Andreas Sauter als Autor und Regisseur für Theater, Hörspiel und Film. Gemeinsam mit Bernhard Studlar gewann er 2000 den Kleist-Förderpreis für das Stück A. IST EINE ANDERE. Andreas Sauter ist Mitbegründer der Autoreninitative »Uns pflegen - heißt euch pflegen; 10 Wünsche für ein künftiges Autorentheater«, sowie des Berliner DramaTischs. Für die Westfälischen Kammerspiele in Kooperation mit dem Huajuyuan Theater Qingdao in China hat Sauter das Stück DAS WEISSE ZIMMER geschrieben, das 2011 in China uraufgeführt wurde. Die Premiere in Paderborn erfolgte im November 2011. 2015 bearbeitete Andreas Sauter im Auftrag des SWR die »Ismael«-Trilogie nach den Büchern von Michael Gerard Bauer als Hörspiel. Gemeinsam mit anderen Autoren, u.a. Maxi Obexer, schrieb Andreas Sauter im Auftrag des Theaters St. Gallen an der Gemeinschaftsarbeit »Das Schweigen der Schweiz« (UA: Dezember 2016).
Neuigkeiten
Presse
Basler Zeitung

»Der Monolog, den Sauter nun im Alleingang geschrieben und inszeniert hat, überzeugt mit außergewöhnlicher Schlichtheit und Natürlichkeit. Ein 30-jähriger Mann erzählt von der Sekunde zwischen Leben und Tod. Er reflektiert Vergänglichkeit, Verlust und Erinnerung in dichter, durchlässiger Sprache. Auf der Bühne nur ein weisser Stuhl und ein paar Plastikpanzer. Alles andere liegt in Sauters Text.«

Aufführungen

Uraufführung

16.9.2005

Theater Osnabrück

13.4.2006

Sophiensaele Berlin/theater winkelwiese zürich

Koproduktion