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theater und medien
Theater, UA: 13.3.2010, Schauspiel Frankfurt, Regie: Daniela Löffner
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Synopsis

Das muß die zweite Phase der Adoleszenz sein, die die insgesamt neun Protagonisten - alle zwischen zwanzig und dreißig - in BLEIB MEIN SCHLAGENDES HERZ durchleben. Teenager sind sie seit einiger Zeit nicht mehr, trotzdem wirken sie noch orientierungslos und oft erstaunlich mutlos und resigniert. Wer ist man? Mit wem? Alleine, zusammen? Und wohin gehen, wenn einem die westliche Welt oder das Elternhaus vermeintlich alle Möglichkeiten geben.

Einigen Protagonisten allerdings stehen bereits nicht mehr alle Türen himmelweit offen. Lucy hat Krebs und noch tausend andere Krankheiten, zudem ist sie an eine Sauerstoffflasche gefesselt, die ihre Bewegungsfreiheit einschränkt. Danka muß heiraten, das allerdings weniger aus romantischen, sondern aus pragmatischen Gründen: Sie braucht eine Aufenthaltsgenehmigung. Eine grübelnde, um sich selbst kreisende, hochsensible Generation, der die Naivität früherer Generationen abhanden gekommen ist.

Also geht es natürlich um Liebe, ums Überleben, darum, daß das Leben nun endlich mal anfangen müsste, schließlich könnte es ja gut und gerne noch 50 Jahre dauern. Man schlägt sich durch, als Telefonistin, als Modell, als Prostituierte, pragmatisch, oft ohne die große Utopie. Die Sehnsucht – und sei es nur die, nicht mehr alleine zu sein – bleibt. Also versucht man sich in der Entzifferung des Gegenübers, übersensible Jungs, vermeintlich harte Mädchen, die gerne angreifen, um zu verteidigen. Menschen verstehen, um sich selbst zu verstehen. Eine Welt der großen Möglichkeiten ist gleichmals eine Welt der ewigen Adoleszenz. Was also machen mit dem Leben, mit dem Rest des Lebens, wenn es immer noch nicht so recht angefangen hat? Wenn die Suche nach dem eigenen Ich einen überfordert, kann man erstmal nach einem anderen Ich, nach einem Gegenüber suchen – die Hoffnung, daß dies vielleicht schon reicht, stirbt zuletzt...

Auszug

»Die Ärzte haben gesagt, willkommen im Leben, aber ich riech nach Verwesung.«

ZEIGENJuliane Kann
Juliane Kann ist Autorin und Regisseurin. Ihre Stücke wurden vielfach gespielt und ausgezeichnet, u.a. mit dem Dramatikerpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Ihre Bühnenadaption des Romans NO UND ICH von Delphine de Vigan inszenierte Kann, die 2013 den Studiengang Regie an der Ernst-Busch-Hochschule abschloß, bereits selbst. Weitere Regie-Arbeiten u.a. in Mainz, Düsseldorf, Darmstadt und Göttingen folgten. 2015 wurde sie mit ihrer Inszenierung »Prinz Friedrich von Homburg« zum Festival »radikal jung« eingeladen. Nachdem sie 2015/16 in Oberhausen, Braunschweig und Erlangen arbeitete, folgen in der neuen Spielzeit weitere Inszenierungen an den Staatstheatern in Braunschweig und Karlsruhe.
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Uraufführung

13.3.2010, Schauspiel Frankfurt