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Theater
Zitate

»Baulitz hat einiges zu bieten. Anstelle aufgesetzter Systemkritik leitet er das Scheitern von Krones Sehnsucht nach Erfolg von dessen lange zurückliegenden Fehlentscheidungen als Vorgesetzter und Liebhaber ab und verknüpft auf diese Weise ordentlich das Geschäftliche mit dem Privaten.«
(FAZ über TRANSPORTER)

Person

Kai Ivo Baulitz, geboren 1971 in Düsseldorf, besuchte nach dem Abitur die Westfälische Schauspielschule in Bochum. Es folgte ein Engagement am Deutschen Theater in Göttingen. Auch in Bochum und Wuppertal stand er auf der Bühne. 1999 entdeckte Margarethe von Trotta ihn für die Arbeit vor der Kamera. Kai Ivo Baulitz ist seitdem in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen gewesen.

Sein erstes Theaterstück TRANSPORTER wurde zum »Heidelberger Stückemarkt« und zum »Stückemarkt der Berliner Festspiele« eingeladen. Es zählte zudem zu den Preisträgerstücken beim Autoren- und Projektwettbewerb des Maxim Gorki Theaters Berlin und des schauspielfrankfurt. TRANSPORTER wurde am 21.2.2008 vom schauspielfrankfurt in der Regie von Florian von Hoermanns uraufgeführt. Für das Staatsschauspiel Dresden schrieb Baulitz eine KOHLHAAS-Adaption, die dort am 24.10.2008 - ebenfalls in der Regie von Florian von Hoermanns - uraufgeführt wurde. Für die Neuköllner Oper hat Baulitz das Libretto FANNY UND SCHRAUBE verfaßt (UA im August 2009). Im Herbst 2010 kam KLANGWANDLER, eine weitere Arbeit für die Neuköllner Oper, zur Uraufführung.

Im Auftrag des Theaters Magdeburg entwickelte Baulitz in der Spielzeit 2010/11 das Recherchestück AN KALTEN TAGEN BITTE TÜREN SCHLIEßEN. Mit dem Auftragswerk DIE FRAKTION (UA: 25.1.2013) setzten Kai Ivo Baulitz und das Theater Magdeburg ihre Zusammenarbeit 2012/13 fort. Für beide Uraufführungen zeichnete der Regisseur Enrico Stolzenburg verantwortlich.

2012 schrieb er für das Theater Oberhausen in Zusammenarbeit mit dem Verein Grenzgänger e.V. unter dem Titel JACKIE B. - EIN LEBEN IN EXTREMEN Texte für ein Projekt mit Borderline-Patienten.

Im Auftrag der Hamburger Kammerspiele verfasste Baulitz basierend auf der Autobiographie der Jazz-Legende Coco Schumann das Theaterstück DER GHETTO SWINGER  (UA: 2. September 2012, Hamburger Kammerspiele, Regie: Gil Mehmert).

Für das Deutsche Nationaltheater Weimar entstand das Musiktheaterprojekt SCHWARZE BÄREN, für das Baulitz das Libretto schrieb (UA:25.5.2014, DNT Weimar, Regie: Enrico Stolzenburg). 

Mit der Neufassung von DER HOFMEISTER nach Lenz (2014/15) kam es zu einer weiteren Zusammenarbeit zwischen Baulitz und Stolzenburg in Weimar.

Kai Ivo Baulitz lebt in Berlin.

Werke
ZEIGENFanny und Schraube

Fanny ist weltfremd und Malerin, Schraube ein mäßig erfolgreicher Hamburger Reeder. Wie kommen die beiden auf die Idee, den Berliner Landwehrkanal in Richtung Meer zu besegeln? Eine lebensbejahende, wundersam romantisch und verschrobene Bohemian-Spinnerei, der sich hinzugeben äußerst ratsam ist.

ZEIGENDie Fraktion

Die Arbeit in der Stadtratsfraktion läuft wie geschmiert: die Hierarchien sind klar, die Aufgaben verteilt. Die Maschinerie gerät ins Stocken, als sich der Politik-Novize Martin in die Abläufe einschaltet. Wer beim Zusammenprall von Idealismus und Pragmatismus die Oberhand behält, scheint schnell klar. Doch dann bietet sich die ungewohnte Chance zu einer Debatte jenseits der Routine. Und es wird deutlich, daß am Ende dieser langen Nacht nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Kai Ivo Baulitz hat eine Polit-Komödie geschrieben, die mit Witz und Schärfe danach fragt, was wir vom politischen System der Demokratie überhaupt noch erwarten.

ZEIGENDer Ghetto Swinger

Kai Ivo Baulitz beginnt seine Erzählung über das Leben der Jazz-Legende Coco Schumann im Berlin der 30er Jahre. In den Kneipen wird Swing und Jazz gespielt, Coco gehört zu den von den Nazis verbotenen Swing-Kids. Plötzlich findet er sich in Theresienstadt wieder. Die Musik wird für ihn zum Rettungsanker. Chuzpe, Glück, Zufälle, Musik, Überlebenskampf? Vielleicht hatte Coco Schumann von allem etwas, denn er überlebt. Coco Schumann wurde 1989 für seine Verdienste um das wiederaufblühende Musikleben nach dem Krieg, für sein großes aufklärerisches Engagement als Zeitzeuge und nicht zuletzt für seine Autobiografie DER GHETTO SWINGER mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse geehrt. Kai Ivo Baulitz hat diesem ungewöhnlichen Musiker mit seinem Theatertext ein weiteres Denkmal gesetzt.

ZEIGENHofmeister - Vorteile der Privaterziehung

Lenz´ Stück »Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung« ist das scharfsinnigste Stück aller Zeiten zu Erziehungsfragen und die erste Tragikomödie der Literaturgeschichte. Kai Ivo Baulitz hat sie sich neu vorgenommen, hat sie aktualisiert und adaptiert. Wer das alles nicht versteht, sind die Eltern, die vom Babyschwimmen bis zu den Extrabildungsausgaben wirklich alles richtig gemacht haben.

ZEIGENJackie B. - ein Leben in Extremen

Wer ist Jackie B.? Noch kennen wir sie nicht. Wir wissen nur, daß sie ein extremes Leben führt, daß sie mit extremen Gefühlen lebt und daß die Diagnose lautet: Borderline. Jackie B. ist ein Spiegel der Welt, in der sie lebt. Extreme Stimmungsschwankungen, Angst vor dem Verlassenwerden oder innere Leere gehören zu ihrem Alltag. Sie ist der psychische Zustand einer unsicher gewordenen Gesellschaft, in der das soziale Netz zerrissen ist. »Jackie B. – Ein Leben in Extremen« ist eine Auseinandersetzung mit den Grundwerten des Lebens.

ZEIGENAn kalten Tagen bitte Türen schließen

There´s no place like home – ist das eigentlich ein Versprechen oder eine Drohung? Welche Erinnerungen werden freigesetzt, welche Beklemmungen nehmen uns in den Griff, wenn wir an die Orte unserer Kindheit oder Jugend zurückkehren? Und kehren wir überhaupt dorthin zurück, vielleicht sogar regelmäßig an Weihnachten? Oder machen wir seit Jahren einen großen Bogen um sie? Mit Fragen dieser Art beschäftigen sich Autor, Regieteam und Schauspieler während dieser Stückentwicklung.

ZEIGENKohlhaas

Ein braver Bürger wird Opfer von Willkür. Alle Versuche, sich Recht zu verschaffen, scheitern. Also greift er zur Selbstjustiz. Kai Ivo Baulitz hat im Auftrag des Staatsschauspiels Dresden einen modernen Kohlhaas verfasst.

Schwarze Bären oder die Erfindung der Republik!

UA: 25.5.2014, Nationaltheater Weimar

Stückentwicklung, Regie: Enrico Stolzenburg