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theater und medien
Theater, Prosa
Zitate

»Eines der wichtigsten Debüts dieses Herbstes«.

 

(Alexander Wasner über »Die Lichter des George Psalmanazar« im SWR)

 

Person

Daniela Dröscher wurde 1977 in München geboren. Sie lebt in Berlin, schreibt Prosa, Essays und Theaterstücke. Nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Anglistik in Trier und London promovierte sie im Fach Medienwissenschaft an der Universität Potsdam. Dröscher belegte den Studiengang Szenisches Schreiben bei UniT Graz und war 2008 Stipendiatin der Autorenwerkstatt Prosa des LCB. Außerdem ist sie Mitherausgeberin der dt.-frz. Zeitschrift La mer gelée.

Nach Texten für verschiedene freie Produktionen war MARILU Dröschers erstes abendfüllendes Theaterstück. Für das Staatstheater Mainz hat sie das Stück HUNDERT BLUMEN geschrieben (Uraufführung: 18.9.2009 in der Regie von Eva Baumeister). HIMMELANGST schrieb Dröscher im Auftrag des Schauspielhauses Bochum (UA: 3.10.2009, Regie: Lilli-Hannah Hoepner).

Im August 2009 erschien mit »Die Lichter des George Psalmanazar« ihr Romandebüt im Berlin Verlag, für den sie u.a. den Anna-Seghers-Preis erhielt. Im September 2010 folgten unter dem Titel »Gloria« Erzählungen von Dröscher im Berlin Verlag. Im August 2012 erschien ihr zweiter Roman »Pola« (ebenfalls Berlin Verlag).

Für ALS WÄRE ICH PAPIER erhielt sie den Preis »Wortschatz Rheinland-Pfalz« - Teil des Preises war die Uraufführung am Kinder- und Jugendtheater Speyer. Gemeinsam mit dem Regisseur Christian Weise schrieb Daniela Dröscher eine Neufassung von Flauberts MADAME BOVARY (UA dieser Fassung: 7.9.2011, Ballhaus Ost, Berlin). Die Produktion gastierte anschließend am Staatstheater Stuttgart.

Für das Kölner Theater der Keller entstand das Libretto WER AUS MIR TRINKT WIRD EIN REH (UA: 2011, Theater der Keller, Köln, Regie: Eva-Maria Baumeister).

Im Auftrag des Theaters Koblenz schrieb Dröscher die Komödie EHELEUTE UND EHELOSE (UA: 26.10.2013).

Als Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit (mit der Dramaturgin Felizitas Kleine und der Regisseurin Eva Baumeister) an der Schnittstelle zur Oper entstand der Text zu PARSIFAL - EINER VON UNS, MIT UNS, UNTER UNS (Junges Theater Göttingen).

Daniela Dröscher arbeitet derzeit an einem neuen Roman. 

 

 

 

Robert Gernhardt Preis 2017 für Dani Dröscher

Die WIBank Hessen leistet mit dem Robert Gernhardt Preis einen Beitrag zur Autor(inn)enförderung und unterstützt in diesem Jahr zwei besondere Romanprojekte. Unter den 92 Einsendungen wurde neben Maike Wetzel die Berliner Autorin Daniela Dröscher als Preisträgerin 2017 gekürt. Sie erhalten am 19. September 2017 im Theatersaal des Künstlerhauses Mousonturm in Frankfurt den mit je 12 000 Euro dotierten Robert Gernhardt Preis zur Unterstützung ihrer jeweiligen Roman-Projekte.

Werke
ZEIGENAlle die uns kennen

Die Schülerin Polly und der junge Lehrer Nick treffen nach Schulschluß auf dem Parkplatz scheinbar zufällig aufeinander. Es regnet, der Bus ist weg, und das Mädchen hofft, im Auto mitgenommen zu werden. Das wiederum will Nick aus gutem Grund verhindern, kursiert doch ausgerechnet von Polly ein Video, das für explizites Aufsehen sorgt. Daß seine Schutzbefohlene dann doch neben ihm im Auto sitzt, mag mit Pollys Teenage-Rhetorik zu tun haben - oder mit der Tatsache, daß nicht nur sie ein Faible für das Spiel mit dem Tabu hat. Schnell verschwimmen die Grenzen der Autorität und machen den Weg frei für ein filigranes Geflecht aus Machtausübung, Behauptung, Provokation und echter Gefahr.

ZEIGENAls wäre ich Papier

Daniela Dröscher skizziert mit poetischer Sprache ein schnelles, starkes Jugendstück, dessen Protagonistin ihre gesamtes Umfeld in Atem hält. Liz will, daß die Dinge für immer sind. Und sie hat die trotzige Kraft, sich dem Erwachsenwerden zu entziehen. Oder nicht?

ZEIGENEheleute und Ehelose

Marilyn ist die Hauptdarstellerin in einer mittelmäßigen TV-Serie. Die Ehe mit ihrem Mann Arthur läuft nicht besser und nicht schlechter als die Ehe anderer Menschen – mit dem Unterschied, daß sie mit ihrem Mann nicht nur das Bett, sondern auch den Berufsalltag teilt. Arthur spielt in der gleichen Fernsehserie, wie sie selbst – nur mit weniger Erfolg. Eines Nachts taucht ein junges Paar bei ihnen auf. Louis, der es auf Arthurs Rolle abgesehen hat, begleitet von seiner zukünftigen Frau Netty, die in jeder Hinsicht das Gegenteil von Marilyn ist. Das ungleiche Paar enthüllt Geheimnisse, die Marilyns Glauben an die Ehe gleich in mehrfacher Hinsicht in die Krise bringen – und Arthur in große Erklärungsnöte.

ZEIGENHimmelangst

Ein junger Afroamerikaner mit Baseball und Hund will eines Tages Präsident seines Landes werden. Gemeinsam mit drei iranischen Stewardessen endet seine Flugreise mit einer Landung in den Wolken.

ZEIGENHundert Blumen

HUNDERT BLUMEN ist ein modernes Sozialdrama, das weder larmoyant noch einseitig das krisengeschüttelte Prekariat beschreibt, vielmehr stellt es beherzt die Frage nach Wert und Würde des Menschen. Mit ihrer poetisch-heiteren, melancholisch-trotzigen Sprache und einem zutiefst empathischen Blick auf die Verlierer unserer Zeit schildert die junge Berliner Autorin die Welt der ›kleinen Männer und Frauen‹.

ZEIGENMadame Bovary

Daniela Dröscher hat das französische Landleben in die deutsche Provinz verlegt und erzählt mit leisem Witz von Fadesse und Ennui. In der Gegenwart wird die Depression mit Sitcoms am laufenden Meter bekämpft - und wenn alles nicht mehr hilft, macht man kräftig Schulden. Diese wunderbare Neufassung entstaubt Flauberts Klassiker  und skizziert ein modernes deutsches Sittenbild. Und man merkt: die Provinz ist kein ausschließlich geographisches Phänomen!

ZEIGENMarilu (Going to see Jean-Luc Godard)

MARILU ist wie auf Zellophan geschrieben. Unwirklich und entrückt, morbide und ungreifbar. Was ist das für ein Ort? Das Refugium eines genialen Greises? Der Atmosphäre des Stückes, die zwischen Tagebucheintragungen, Notizen und kurzen Gesprächen aufzieht, vermag man sich kaum zu entziehen. Könnte das Leben ein zur Realität gewordener Traum sein?

ZEIGENMarlène

Marlene D. in ihrem Pariser Zimmer, das sie seit Jahren nicht mehr verlassen hat. Sie lebt von der Welt zurückgezogen, mit ihren Vögeln, Büchern und einem Sekretär. Einzig ein Regisseur darf sie besuchen und ihre Stimme aufzeichnen. In MARLÈNE entwirft Daniela Dröscher eine Welt, in der ungleiche Paare ungewöhnlichen, poetischen Lügen gegenüber gewöhnlichen Wahrheiten den Vorzug geben.

Parsifal. Einer von uns, mit uns, unter uns.

Es ist nach Mitternacht. Eine junge Frau im Schwanenkostüm sitzt im Wartebereich der Notaufnahme und formuliert einen Abschiedsbrief. Kundry glaubt schon länger, daß eine unheilbare Krankheit ihr jeden Moment das Leben raubt. Lediglich die Ärzte wollen ihr das nur nicht bescheinigen. Plötzlich stürmt ein Mann in den Wartesaal und beansprucht ihre gesamte Aufmerksamkeit. Der junge Parsifal blutet am Kopf – offenbar hat er sich bei der großen Demo in der Stadt verletzt. Schon ist Kundry zur Stelle, wo doch eigentlich ihr geholfen werden muss. Aber irgendwas stimmt mit diesem Fremden nicht: Parsifal scheint auf den Grund ihrer Seele blicken zu können – und mal ehrlich, wer will das schon?

Wer aus mir trinkt, wird ein Reh

Lange als unaufführbar geltend, lasten auch heute auf keinem anderen Musikdrama Richard Wagners so viele Mythen und Ehrfurchtserwartungen wie auf TRISTAN & ISOLDE. Kaum ein Sänger, der sich nicht schon einmal den Heldenarien des großen Komponisten widmen wollte, doch nur wenigen ist es vergönnt. Gemeinsam mit zwei Schauspielern, zwei Sängern und einem Pianisten macht man sich auf die Suche nach Wagners eigenwilligem Zugriff auf den altbekannten Stoff des tugendhaften Tristan und der Königstochter Isolde von Irland, die nach dem Genuß eines Liebestrankes in unsterblicher Liebe zueinander entbrennen und schließlich an ihr sterben.