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theater und medien
Theaterstück, UA: 2007, Finnish National Theatre, Helsinki, DEA: 15.10.2011, Theater Osnabrück, Regie: Marie Bues,Deutsch von Angela Plöger
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Synopsis

FEGEFEUER beschreibt das packende Drama zweier osteuropäischer Frauengenerationen. Zwischen Sowjetbesatzung und den Realitäten eines neuen Europas dekonstruiert Oksanen virtuos die europäische Geschichte am Beispiel Estlands und zeigt damit auf, daß das Private auch immer politisch ist. Ihre mit großer psychologischer Sensibilität gezeichneten Figuren zeigen im Besonderen, was der Verlust der individuellen Freiheit aus der weiblichen Perspektive bedeuten kann.

Aliide Truu, eine alte Frau, deren Schicksal unweigerlich mit den Verbrechen aus der Zeit der russischen Besatzung verbunden ist, findet die junge Russin Zara – offensichtlich auf der Flucht – schutzsuchend in ihrem Garten. Aliide versteckt das junge Mädchen vor ihren mafiösen Peinigern. In der Abgeschiedenheit des Landhauses kommen sich die beiden Frauen näher und es zeigt sich, daß die beiden ein lang zurückliegendes familiäres Drama miteinander verbindet. Die Frauen werden von den Schatten der Vergangenheit, die ein repressives System über das Land und somit über die Bevölkerung geworfen haben, eingeholt. Aliide muß sich einer längst verdrängt geglaubten schicksalhaften Entscheidung erneut stellen.

ZEIGENSofi Oksanen
Sofi Oksanen schreibt Theaterstücke und Prosa. Für ihren Roman FEGEFEUER, der auf dem gleichnamigen Theaterstück basiert, erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. den renommierten Finlandia Award. Mit FEGEFEUER avancierte sie zur weltweit beachteten Autorin. Nach Premieren u. a. in Schweden, Frankreich und den USA folgten 2012 weitere Premieren u.a. in England, Litauen und Spanien. In Deutschland wurde FEGEFEUER beim Berliner Stückemarkt 2010 vorgestellt. Es folgten Produktionen an den Theatern in Kiel und Osnabrück sowie am Staatstheater Hannover. Zuletzt erschien der Roman ALS DIE TAUBEN VERSCHWANDEN, der in über 30 Sprachen übersetzt wurde. Für das Burgtheater entstand das Kurzstück ICH LIEBE DICH SCHON JETZT. Derzeit entsteht eine neue Oper nach ihrem Libretto mit Premieren u.a. in England, Österreich und den USA.
Neuigkeiten
Presse
Spiegel

»Hoffnung spendet Marie Bues' Inszenierung nicht: Es ist ein düsteres,hartes Stück. Eine Tragödie. Es geht um Menschen, die traumatisiert sind und gelernt haben, hinter einer perfekten Oberfläche ihre Zerstörtheit zu verbergen. Hoffnung steckt zumindest im Titel: Das Fegefeuer reinigt Menschen von ihren Sünden, Aliide reinigt sich durch ihr Erzählen. Und Oksanen setzt mit ›Fegefeuer‹ ein flammendes Signal für ein Land, das auch eine Erzählung braucht – denn nichts ist so identitätsstiftend wie das Erzählen der eigenen Geschichte.«

FAZ

»Ihr Archiv des Schreckens enthüllt mit einem Schlag, welch unauslöschlichen Verletzungen die grandiosen politischen Schachzüge für immer in den Seelen der Einzelnen einbrannten. Das ist Geschichtsschreibung aus der Perspektive der Erleidenden, die mit ihren brillantesten Möglichkeiten vorführt, was Literatur zu leisten vermag.«

ZEIGENNZZ

»Sofi Oksanen ist mit ›Fegefeuer‹ ein kapitaler Wurf gelungen: ein historischer Roman, der an den Mut, das Leid und die Schuld der Menschen gemahnt, ohne sie zu denunzieren; ein Frauenroman, der das Weibliche überhöht, ohne es zu ideologisieren oder zu verkitschen; eine packende und quälende Darstellung kommunistischer Paranoia und eine abgründige Zeitkritik; sodann eine Feier der Sinnlichkeit der Welt und der Sinnhaftigkeit grosser familiärer Gefühle. Sucht man nach einer vergleichbaren Melange, fällt einem Pasternaks «Doktor Schiwago» ein. Wenn der Stern dieser jungen Autorin erst am Aufgehen ist, darf man sich jetzt schon auf galaktische Ereignisse gefasst machen.« (Andreas Breitenstein, NZZ)

nachtkritik

»Im Zentrum von ›Fegefeuer‹ steht die Estin Aliide Truu, die zu Beginn der sowjetischen Besatzungszeit in ihrem Haus den Widerstandskämpfer Hans verbirgt. Aliide hat im Grunde eine sehr einfache Vision vom Leben: Sie sucht ein privates, gänzlich unpolitisches Glück. Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so – grausame Verhöre, und schlimmer noch: die Scham der Erinnerung an diese grausamen Verhöre, bringen Aliide schließlich dazu, ihre Schwester und Nichte zu denunzieren und der Deportation preiszugeben. Die Ereignisse werden nach und nach in Rückblenden aufgerollt, wenn vierzig Jahre später die Zwangsprostituierte Zara, die sich als Enkelin der deportierten Ingel entpuppt, bei Aliide Zuflucht sucht. Nach und nach zeichnet sich in Aliide das Bild einer Frau, die sich in ein komplexes Netz aus Selbstschutz und Selbstbetrug, Verrat und Opportunismus, sehnsüchtigem Verlangen und hartleibigem Pragmatismus einwebt.«

ZEIGENSvenska Dagbladet

»The personal drama is given razor-sharp contours, and expands to become the drama of a people, a country, and a bloody political course of events. There are no heroes here; for me, as a person who has never found herself in the line of fire, Purge appears a model situation for occupation and impossible human choices. It is a very compelling piece.«


ZEIGENHelsingin Sanomat

»Sofi Oksanen’s first play Purge, which unveils the recent history of Estonia, is the theater event of the season. Oksanen’s viewpoint is inexorable and distinct. The pulse and density of the piece is reminiscent of a thriller, and as the evening progresses, the pace of the play is brought up. The point of view shifts between the occupation of 1945 and the 1990’s, and the story is ingeniously constructed… The ending is cathartic.«

Aufführungen

Uraufführung

2007

Finnish National Theatre, Helsinki

Szenische Lesung

7.5.2009

Berliner Theatertreffen/Stückemarkt

Schwedische Erstaufführung

13.1.2011

Stockholm Theater

US-Premiere

10.2.2011

LaMama Theatre, NYC.

Portugiesische Erstaufführung

30.6.2011

Teatro del Alberto, Lissabon

Deutschsprachige Erstaufführung

15.10.2011

Theater Osnabrück

Litauische Erstaufführung

2011/2012

Kaunas State Drama Theatre

Isländische Erstaufführung

2011/2012

Icelandic National Theatre, Reykjavik

2011/2012

Faroe Islands National Theatre

2011/2012

Staatstheater Hannover

2011/2012

Theater Kiel

Englische Erstaufführung

2011/2012

Arcola Theatre, London (UK)

Französische Erstaufführung

2012/13

Fontenay en scènes, Theatre de St. Quentin, Scène National 61, Le Temple, etc.