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theater und medien
Theater, Performance, Hörspiel
Zitate

»andcompany&Co. sucht das Theater für die Gegenwart, das mit Netzen und ›dotcoms‹, aber ohne Kopierschutz operiert. Sie bearbeiten politische, historische und (pop)kulturelle Themen des 20. und 21. Jahrhunderts, jedoch nie isoliert voneinander – kein Mauerfall ohne die Beatles, kein Erich Honecker ohne Dagobert Duck.«


(Esther Boldt in nachtkritik)

Person

Das internationale Theater- und Performancekollektiv andcompany&Co., 2003 in Frankfurt/M. gegründet, versteht sich als offenes, aber verbindliches Netzwerk. Den Kern bilden Alexander Karschnia, Autor und Theaterwissenschaftler, Nicola Nord, Sängerin und Performerin, sowie Sascha Sulimma, Musiker und DJ. Internationale Aufmerksamkeit erregte ihr Stück LITTLE RED (PLAY): 'HERSTORY'. Es ist der erste Teil einer Trilogie über die Geschichte des »kurzen 20. Jahrhunderts« zwischen Kommunismus und Anti-Kommunismus. Der 2. Teil – TIME REPUBLIC – wurde auf dem steirischenherbst in Graz 2007 uraufgeführt, mit MAUSOLEUM BUFFO folgte im Januar 2009 der 3. Teil (UA: 6.1.2009, HAU, Berlin). Nach dem Abschluß der Trilogie legte das Kollektiv an gewohnter Wirkungsstätte, dem Berliner HAU, mit einer weiteren Arbeit nach: WEST IN PEACE - DER LETZTE SOMMER DER INDIANER wurde am 17. Dezember 2009 uraufgeführt.

In der Spielzeit 2010/11 entstanden die Arbeiten FATZERBRAZ und PANDÄMONICUM GERMANICUM. Mit der Bearbeitung und Inszenierung des Filmes WUNDERKINDER am Deutschen Theater Göttingen erweiterten andcompany&Co. ihren Wirkungskreis in Richtung Stadttheater. Am Staatstheater Oldenburg realisierte das Kollektiv im Frühjahr 2012 das deutsch-holländische Schiller-Projekt DER (KOMMENDE) AUFSTAND.

2012/13 setzten andcompany ihre Arbeit in& Göttingen mit der Produktion ZUR SACHE! fort.

Mit der Produktion BLACK BISMARCK (Uraufführung: 27.9.2013, Hebbel-am-Ufer, Berlin) wendete sich das Berliner Kollektiv dem dunklen Kapitel des deutschen Kolonialismus in Afrika zu.

2014 folgte - ebenfalls am Berliner HAU - die Produktion ORPHEUS IN DER OBERWELT: EINE SCHLEPPEROPER, aus der im Auftrag des WDR auch ein Hörspiel entstand.

2016/17 kooperieren andcompany&Co. mit dem jungen Schauspielhaus Düsseldorf; zudem gehen sie mit der neuen Produktion NOT MY REVOLUTION, IF...: DIE GESCHICHTE DER ANGIE O. auf Tour.

Das &Co.-Kürzel verweist auf die Offenheit des Netzwerkes für neue KollaborateurInnen aus verschiedenen künstlerischen Disziplinen wie z. B. die Autorin Bini Adamczak, die bildenden Künstler Noah Fischer und Hila Peled (flashkes) oder das Raqs Media Collective.

ZEIGENWebsite von andcompany&co.

Weitere Informationen zu Produktionen und aktuellen Gastspielen von andcompany&co. finden Sie unter: www.andco.de

Werke
ZEIGENBlack Bismarck

Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kolonialismus. Alle Mächte des alten Europas haben sich in Berlin versammelt, um Afrika unter sich aufzuteilen. Auf Einladung Otto von Bismarcks fand 1884/5 im Reichskanzlerpalais die sog. „Kongokonferenz“ statt, auf der willkürlich Grenzen durch den afrikanischen Kontinent gezogen wurden, die bis heute bestehen und immer wieder zu politischen Konflikten und militärischen Auseinandersetzungen führen. Zugleich markiert dieses Datum den Beginn der dreißigjähren deutschen Kolonialherrschaft. Die Berliner Ghostbusters von andcompany&Co. haben sich auf die Suche nach den Kolonialgeistern begeben: eine Schrebergartensiedlung, mehrere Straßenzüge, ja ein ganzes Stadtviertel und eine bekannte Supermarktkette werden auch heute noch von ihnen heimgesucht. Eine U-Bahnstation in der Nähe des ehemaligen Reichskanzlerpalais scheint das Tor zur Unterwelt zu sein: Fürst Bismarck, der in Friedrichsruh keine letzte Ruhe fand, geht dort um als 'weißer Mann': ein Untoter mit unstillbaren Hunger auf Hirn, der versucht, die deutsche Literatur vor den Tollheiten der politischen Korrektheit zu bewahren. Weißer Mann, was n

city circus zero work

Ein Projekt über Faulheit und Müßiggang

Eine Koproduktion des jungen schauspielhannover und Theaterformen.

In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Jugend und Familie der Stadt Hannov

ZEIGENFatzerBraz

Brechttexte bilden den Ausgangspunkt für »FatzerBraz«. andcompany&Co. inszeniert das Stück in São Paulo gemeinsam mit brasilianischen Künstlern. Diese Zusammenarbeit bietet die Chance einer gegenseitigen Verfremdung: von São Paulo und dem Ruhrgebiet, Erstem Weltkrieg und Stadtguerilla, revolutionärer Bewegung und Reformregierung. Dabei geht es darum, mit Hilfe der stark entwickelten brasilianischen Brecht-Tradition Wege zu einem »anderen«, tropikalischen Brecht zu finden.

ZEIGENDer kommende Aufstand

Ein Jahr vor der Französischen Revolution verfasste Friedrich Schiller die historische Studie ›Der Abfall der Niederlande‹. Der achtzigjährige Unabhängigkeitskrieg markierte für ihn den Beginn einer Epoche: die Ära freier Bürger, Märkte und Staaten. Während Niederländer, Engländer und Franzosen eine Revolution durchführten, schrieben die Deutschen Theaterstücke darüber. In diesem deutsch-holländischen Projekt wird ein temporäres Nationaltheater ausgerufen, das Szenen aus klassischen Werken deutscher Dramatiker erprobt, in denen die Geschichte jener Freiheit beschrieben wird, die vor 444 Jahren in Holland geboren wurde und heute dort zu Grabe getragen wird: Schillers Don Carlos und Goethes Egmont. Doch der kommende Aufstand wird sich nicht länger gegen eine Macht richten, die von außen kommt, sondern von innen, wie es in der vor kurzem anonym in Frankreich erschienen und auch hierzulande viel diskutierten politischen Kampfschrift ›Der kommende Aufstand‹ beschrieben wird.

ZEIGENlittle red (play): 'herstory'

Was machen Kommunistinnen und Kommunisten am Ende der Geschichte? andcompany&Co. fragen nach, was passiert, wenn einem die Utopie abhanden gekommen ist. Mit dem 1. Teil ihrer Trilogie zum »kurzen 20. Jahrhundert« bereiste das internationale Performance-Kollektiv die europäische Festivalszene von Brüssel bis Wien.

little red (play): 'herstory'

Hörspiel,

Deutschlandradio 2

ZEIGENMausoleum Buffo

Im Zentrum des letzten Teils der Trilogie stehen nach wie vor die Toten Lenin und Lennon. Die Geschichte der eingefrorenen Revolution in der ehemaligen Sowjetunion - Lenins hundertjähriger Schlaf - wird konfrontiert mit der im Westen aufkommenden Gegenkultur. Nur im Rückblick auf die fatalen Fehler in der Geschichte kann eine andere, mögliche Geschichte aufblitzen: Imagine … 

ZEIGENNot my revolution, if...: Die Geschichten der Angie O.

Not my revolution, if...: Die Geschichten der Angie O. erzählt die Geschichten von Angie O., einer professionellen Aktivistin, die überall mitmischt, wo sich Menschen in losen Zusammenhängen treffen. In Form eines Agit-Musicals werden die Widersprüche des neoliberalen Zeitalters ausgetragen, in der selbst Wohltätigkeit und Nächstenliebe zu ökonomischen Faktoren werden. Angie O. versucht nicht länger, Kapitalisten davon zu überzeugen, bessere Kapitalisten zu werden - sie ist selbst die bessere Kapitalistin. Um der Genese des „Hilfe-Business“ auf die Spur zu kommen, wird Angie O. als ein Forrest Gump Charakter der neueren sozialen Bewegungen rückwärts durch die Zeit gejagt.

ZEIGENOrpheus aus der Oberwelt: Eine Schlepperoper

Orpheus' Gesang, der seit Monteverdi zur Metapher für die Oper selbst geworden ist, wird zum Klagegesang. Doch die Erinnyen, die sein Gesang nicht besänftigen kann, entstammen keiner archaischen Vorzeit, sondern einer zukünftigen Zivilisation: unserer Gegenwart. Zugleich stellt sich die Frage, ob es nicht die Bürger Europas sind, welche die Rachegöttinnen zu fürchten hätten. Die mythische Gegend wird mit der aktuellen Realität des Grenzregimes konfrontiert, der zerrissene Leib einer mythischen Figur mit den zerfetzten Körpern namenloser Flüchtlinge: re-membering Orpheus.

ZEIGENPandämonium Germanicum

andcompany&Co. bearbeiten Lenz' geniale Genie-Parodie Pandämonium Germanicum: Lenz ist der Archetyp des wahnsinnigen Genies, aber auch der Verzweiflung an den deutschen Verhältnissen. So spiegelt sich im Scheitern von Sturm & Drang das Scheitern der ersten Nachkriegsgeneration: Auf Sturm & Drang folgte die Weimarer Klassik, auf APO & RAF dann 200 Jahre später Punk & Postfordismus. Womit wir es jedoch heute zu tun haben ist das Scheitern der business punks, der postfordistischen Konterrevolutionäre. Und der Kulturnation, die sich auf ihre Klassiker beruft als würde sie Geister beschwören. Oder Dämonen. Goethe? Nein, Lenz!

ZEIGENShowtime: trial & terror

Die Performancegruppe andcompany&Co. gehört mit ihrer sinnlichen Theatersprache und spielerischen Herangehensweise zu den Shooting-Stars und Geheimtipps auf vielen internationalen Festivals. Zum ersten Mal haben andcompany&Co. bei einer ihrer Arbeiten auf einen Fremdtext zurückgegriffen. Im Jahrbuch Theater Heute 2008 wurde die Produktion in der Rubrik »beste Nachwuchsregie« erwähnt.

ZEIGENTime Republic

TIME REPUBLIC ist ein humorvolles Spiel mit Fakten und Fiktionen, das Bruchstücke ästhetischer und philosophischer Entwürfe des 20. Jahrhunderts musikalisch verdichtet und zu einem eigenen politischen Statement neu abmischt. Juri Gagarin, die Kuba-Krise, der Mord an John Lennon - Bezugspunkte einer scheinbar längst vergangenen Epoche tauchen aus den Unendlichkeiten des Weltalls auf, und erinnern uns an die Zeit, in der wir den atomaren Erstschlag fürchteten.

ZEIGENWest in Peace oder der letzte Sommer der Indianer

EL DORADO, die goldene Stadt, ist eine östliche Westernstadt bei Templin oder bei Mrawogo, die Abenteuer verspricht »wie im Film«. In dem neuesten Stück von andcompany&Co. bedeutet die Stadt das Versprechen von Sesshaftigkeit für eine Handvoll Dauercamper, die auf der Bühne ihre Zelte aufgeschlagen haben, um sich an einem elektrischen Lagerfeuer die Zeit zu vertreiben oder am Marterpfahl.

ZEIGENWunderkinder

»Wir Wunderkinder« von Kurt Hoffmann ist einer der ersten Nachkriegsfilme, der sich mit dem Mittel der Satire der deutschen Geschichte und vor allem der Nazizeit widmet. Während man dem Film im Inland seinerzeit vorwarf, Geschichte zu verharmlosen, verkannte man dabei, daß sich der eigentliche Fokus der Kritik des Films auf die Gegenwart, nämlich das bruchlose »Weiter so« vieler Kriegsprofiteure unter falschem Namen, bezog. andcompany&Co. denken den Film inhaltlich ins Heute weiter und bringen zugleich die Umstände seiner Entstehung und die kontroverse Rezeption des Films in Form eines außergewöhnlichen Theaterabends auf die Bühne. 

ZEIGENZur Sache! (AT)

Inspiriert von dem legendärsten »jungen deutschen Film« ZUR SACHE, SCHÄTZCHEN wendet sich andcompany&Co. dem Gären der vorrevolutionären Phase zu, die noch nicht von radikalem Aktivismus und gesellschaftlichem Aufbruch geprägt ist, sondern von Gammlern und Taugenichtsen wie Martin, dem (Anti-)Helden des Films, der sorglos in den Tag hinein lebt und sich seinen Lebensunterhalt mit Schlagertexten verdient. Selbst ein Einbruch, den er beobachtet, interessiert ihn nicht sonderlich. Als er ihn schließlich doch bei der Polizei meldet, verhält er sich so merkwürdig, daß er selbst in Verdacht gerät. Der Film sollte damit enden, daß Martin von einem Polizisten erschossen wird. Doch als am 02. Juni 1967 Benno Ohnesorg bei der Demonstration gegen den Schah-Besuch in Westberlin einer Polizeikugel zum Opfer fiel, wurde das Drehbuch umgeschrieben. Der Film endet nun mit einem Streifschuss, zu dem Martin dem Polizisten auch noch gratuliert. Doch was wäre, wenn die Geschichte anders herum verlaufen wäre? Hätte 1968 so nicht stattgefunden, wenn der tödliche Schuss nur im Kino gefallen wäre?