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theater und medien

Auf ein gutes neues Theaterjahr!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir hoffen, daß Sie allesamt gut und fröhlich ins neue Jahr gekommen sind. Wir wünschen alles Gute!

Der Januar hat es bereits in sich - anbei eine Übersicht aller ›unserer ‹Premieren. Wir hoffen, Sie zahlreich dort zu sehen.

Am 5. Januar zeigt Marco Storman am Theater in Klagenfurt die Österreichische Erstaufführung von Elfriede Jelinkes WUT. Nora Abdel-Maksoud, neuerdings von schaefersphilippen ™ vertreten, feiert als Autorin und Regisseurin mit ihrem Stück THE MAKING OF am 13.1.2017 Uraufführung am Maxim Gorki Theater Berlin. An der Seite von Philipp Stölzl arbeitet die Kostümbildnerin Kathi Maurer - in Dresden wird am 13.1.2017 mit dem Abend »Der Phantast« das Leben von Karl May auf die Bühne gebracht. Und noch einmal Frau Jelinek: Am 14.1. zeigt das Schauspielhaus Düsseldorf die Uraufführung »Das Licht im Kasten« in der Regie von Jan Philipp Gloger, die Bühne ist von Marie Roth. Am gleichen Abend zeigt die Oper Chemnitz die Uraufführung SÜDSEETULPEN, das Libretto stammt von Constantin von Castenstein. Jeweils am 19. Januar feiern Christopher Rüping (»Hamlet« an den Münchner Kammerspielen) und Thom Luz (»Inferno« am Theater Basel) Premiere. In Wien wird ab dem 20. Januar im Spektakel die Uraufführung von TWO IS THE LONELIEST NUMBER der Mexikanerin Corraxia Cortzez gezeigt. Michael von zur Mühlen, Mitglied der künstlerischen Leitung im neuen Team der Oper Halle, führt am 21. Januar erstmals Regie am neuen Haus (»Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny«). Für das Burgtheater Wien haben 5 Autorinnen Texte für die Inszenierung »Ein europäisches Abendmahl« geschrieben. Dabei ist auch die Finnin Sofi Oksanen, deren neuer Text ICH LIEBE DICH SCHON JETZT in diesem Zusammenhang am 27. Januar uraufgeführt wird. Am 29. Januar gastiert Boris Nikitin mit seiner vielgelobten Produktion HAMLET am Thalia Theater Hamburg, während das Stück NATIONALSTRASSE des tschechischen Autors Jaroslav Rudis am Theater Bremen zur deutschsprachigen Erstaufführung gelangt.

Nora Abdel-Maksoud am Maxim Gorki

Eine Filmregisseurin will ein Superhelden-Remake made in Germany realisieren. Doch einige Crew-Mitglieder sind dem buchstäblichen Rollendruck nicht gewachsen. Krisengeschüttelte Supermänner, freidrehendes Filmpersonal, ein lächerlich kühnes Vorhaben und ein Schuss Raubtierromantik bieten Futter für eine abgründige Komödie. In THE MAKING OF verwirbelt Nora Abdel-Maksoud Themen, an denen man sich nur die Finger verbrennen kann. Eine bösartige Satire auf Filmbusiness und Theaterideale, ein verzweifeltes Hohelied auf das Paradox der Schauspielerei und ein optimistischer Abgesang auf Rollenbilder, die niemand so recht erfüllen kann. Alles dargebracht mithilfe zuschreibungstorpedierender Performancestrategien, in Echtzeit geschnitten und ganz ohne Kamera – dafür live und in 3D! Nora Abdel-Maksoud schreibt schnell und provokativ, intelligent, intellektuell und aus einem böse grummelnden Bauch heraus. Sie inszeniert ihre erfrischend respektlosen und großartig lustigen Sittenbilder selbst und feiert am 13. Januar mit THE MAKING OF Uraufführung am Maxim Gorki Theater Berlin. Abdel-Maksoud studierte Schauspiel an der Hochschule Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. 2012 zeigte sie am Ballhaus Naunynstraße ihre erste Regie- und Autorinnenarbeit „Hunting von Trier“, die in einer Hörspielfassung im Deutschlandradio Kultur gesendet wurde. 2014 schrieb und inszenierte sie „KINGS“, das am Ballhaus Naunynstraße uraufgeführt und zum Festival „radikal jung“ am Münchner Volkstheater eingeladen wurde. Es folgten Arbeiten u.a. am Maxim Gorki Theater, Berlin, am Neuen Theater Halle und am Münchner Volkstheater. 

»Meisterwerk über Rechtsradikalismus«

In seinem rasant erzählten Roman NATIONALSTRASSE bringt der 1972 geborene Jaroslav Rudiš das Kunststück zuwege, einen Schläger und Säufer fast 150 Seiten lang schwadronieren zu lassen und trotzdem echtes Mitgefühl für ihn zu wecken. »Wie Rudiš das zuwege bringt, im Monster den Menschen zu entdecken«, schreibt die NZZ, »das macht die Lektüre seines Romans, der sich in einer dramatisierten Fassung wohl auch bestens auf der Bühne bewähren würde, so aufregend.« Als Autor, Dramatiker, Publizist und Musiker hat Jaroslav Rudiš zahlreiche tschechische und deutschsprachige Romane, Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher verfasst. Die Geschichte Mitteleuropas und die Geister der Vergangenheit sind immer wieder Gegenstand von Rudiš' Werken. Zusammen mit dem Grafiker Jaromír 99 schuf er die erfolgreiche Comictrilogie »Alois Nebel«. Die gleichnamige Filmadaptation feierte große internationale Erfolge, gewann 2012 den Europäischen Filmpreis (Kategorie: Bester Animationsfilm) und lief 2013 in den deutschen Kinos an. Sein bei Luchterhand auf deutsch erschienener Roman NATIONALSTRASSE eignet sich tatsächlich hervorragend für eine bühnenmäßige Umsetzung. Rudiš erzählt von einem brutalen Kneipenschläger, der nur allzu gern mit dem »römischen Gruß« provoziert und sich als letzter Europäer begreift. Ein meisterhafter Einblick in die Untiefen des Rechtsradikalismus' ist Rudiš da gelungen. Das Theater Bremen bringt die Deutschsprachige Erstaufführung am 29. Januar 2017 auf die Bühne.

Münchner Tukan-Preis für Björn Bicker

Der Schriftsteller und Dramatiker Björn Bicker erhält für seinen Roman »Was glaubt ihr denn« (Kunstmann, München) den Tukan-Preis 2016 der Stadt München. In der Begründung der Jury heißt es: »'Was glaubt ihr denn' ist ein ebenso außergewöhnliches wie überzeugendes Buch zu dem wohl wichtigsten Thema unserer Zeit: der Auseinandersetzung mit Religionsgemeinschaften und den von ihren Mitgliedern gelebten Wertvorstellungen in einer sogenannten 'postsäkularen Gesellschaft.« ›Was glaubt ihr denn‹ basiert auf dem Theaterstück URBAN PRAYERS. Dr. Hans-Dieter Beck, Seniorchef von C.H. Beck stellte im Rahmen der Verleihung fest: »So ein Werk ist noch nie geschrieben worden.« Er bezeichnet Bickers Buch als »Werk zur Toleranz, das genau zur richtigen Zeit erschienen ist«. »Ich treffe Menschen«, so Bicker in seiner Dankesrede, »auf die Gefahr hin, daß wir uns durch Begegnung mit ihnen verändern.« Bicker ruft zur Bildung einer Gegenöffentlichkeit auf, die mit Optimismus und ohne Angst vor gelegentlichem Scheitern sich für Freundschaft und gelingendes Miteinander ausspricht. »Wir haben keine Mehrheitsgesellschaft mehr, sondern nur noch Minderheiten.« Im vergangenen Sommer entstand für die Ruhr-Triennale eine Neubearbeitung und lokale Adaption von URBAN PRAYERS (RUHR). Eine weitere Ausgabe und Adaption ist 2018 für Zürich geplant. Im Herbst 2016 wiederum reisten Björn Bicker, Michael Graessner und Malte Jelden gemeinsam mit 50 Bewohner*innen der Hamburger Veddel (siehe auch NEW HAMBURG) nach Venedig, um Im Rahmen von PERFORMING ARCHITECTURE 2016 Deutschland zu präsentieren. 

Neuigkeiten
Die NZZ interviewt Milo Rau

Anläßlich der Premiere mit »Salo - die 120 Tage von Sodom« am Schauspielhaus Zürich interviewt die NZZ Milo Rau.

Marco Štorman triumphiert mit Jelinek

Laut ORF gehört Marco Štorman nun auch zum Kreis der »großen Jelinek-Regisseure«. Tatsächlich war Theater »selten so aktuell und relevant« heißt es im Beitrag weiterhin. Das Theater Klagenfurt zeigte zum Beginn des neuen Jahres (und Jahrestag der Anschläge auf die Redaktion von Charlie Hebdo) die Österreichische Erstaufführung von WUT. Die Kleine Zeitung schreibt dazu: »<Štorman baut aus der Textfläche szenisch (heraus-)fordernde 110 Minuten und komponiert aus Jelineks mächtigem Sprachfluss ein Oratorium, das nie der blinden Wut freie Bahn gibt, sondern eher verhalten und überlegend klingt.« Der Standard begeistert sich an einer »bravourösen österreichischen Erstaufführung«. Ergänzend äußert sich die Konen-Zeitung zur Besonderheit der Regie-Leistung: »Daß die zunächst eher im Performance-Stil sich wie zufällig ergebenden Szenen und Statements auf einer mitten im Publikum errichteten Bühne sich alsbald zu einem kompakten Theaterwerk auswachsen, ist in erster Linie der starken Regiehand von Marco Štorman zu verdanken. Sehr anspruchsvolles, großes Theater, das den Zuschauer zutiefst beeindruckt entlässt.«

Milo Rau: Aussicht auf ein geschichtsträchtiges Jahr

Die erste IIPM-Publikation des Jahres 2017 wird von Stefan Bläske herausgegeben und widmet sich den beiden Rau-Inszenierungen FIVE EASY PIECES und DIE 120 TAGE VON SODOM – dem Stück, das derzeit mit den behinderten Schauspielern des Theaters HORA entsteht (UA: 10. Februar 2017, Schauspielhaus Zürich). Die Monografie wird u. a. Beiträge von Kristof Blom, Dirk Pilz, Patrick Primavesi, Klaus Theweleit und Stefan Zweifel versammeln. Der Rest des Jahres 2017 steht, neben dem Tourbetrieb mit den Stücken HATE RADIO, THE DARK AGES, EMPIRE, FIVE EASY PIECES und MITLEID, im Zeichen des 100. Jubiläums der Oktoberrevolution. Nach einem historischen Bilderbogen mit dem Ensemble der Schaubühne Berlin rund um die russische Revolution von 1917 (AT „1917“, UA: Oktober 2017) wird das IIPM im November 2017 ein Reenactment des Sturms auf den Winterpalast inszenieren sowie in Berlin ein Weltparlament einberufen (AT „General Assembly“). Über 100 Abgeordnete aus der ganzen Welt werden in der Bundeshauptstadt das erste Global-Parlament bilden und an der „Charta für das 21. Jahrhundert“ arbeiten.

Portrait über die Arbeit von Mareike Mikat

Die Badische Zeitung hat aus Anlaß der Inszenierung »Nathan, der Weise« Mareike Mikat portraitiert.

Top in NRW

Mit der BORDERLINE PROZESSION auf Platz 1 des WDR WestArt-Rankings und der SCHWARZEN FLOTTE auf Platz 2 sind zwei der von uns vertretenen Stücke top im NRW-Jahr 2016. Wir gratulieren unseren Autor*innen und dem phantastischen Theater Dortmund.

Thomas Melle mit ÄNNIE in Bremen und Darmstadt

Radio Bremen zeigte sich bei der Uraufführung von Thomas Melles neuem Stück ÄNNIE von dessen »ungeheuren Sprachgewalt beeindruckt.« Die tageszeitung ergänzt, ÄNNIE »mache eine Jugend im ›Heiligen Krieg‹ greifbar. Das ist eine beachtliche Leistung.« Am 24. November inszenierte Nina Mattenklotz am Theater Bremen die Uraufführung von ÄNNIE. Die gleichnamige Protagonistin in Melles neuem Stück ist seit ihrem sechzehnten Lebensjahr spurlos verschwunden. Kein Hinweis, mit wem, wohin und warum sie gegangen sein könnte. Eine Figur, wie geschaffen für Mutmaßungen und Verschwörungstheorien. Wurde sie Opfer eines Verbrechens oder mutierte sie zur Täterin? Radikalisierung? Islamisierung? Die Leerstelle, die das junge Mädchen hinterlässt, und die Phantasmen, mit denen diese gefüllt wird, geben Aufschluß über unsere Ängste und Träume, über Werte und Vorstellungen, über soziale Grenzen und Zuschreibungen. Thomas Melle, der mit seinem aktuellen Buch DIE WELT IM RÜCKEN in diesem Oktober nur knapp den deutschen Buchpreis verpasste, war zuletzt mit seinem Stück BILDER VON UNS für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert. Er schreibt zudem neue Texte im Auftrag für das Deutsche Theater Berlin und das Theater Bonn. Im Mai wird ÄNNIE am Staatstheater Darmstadt in der Regie von Maja Linke gezeigt, am Theater Regensburg wird BILDER VON UNS nachgespielt.