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theater und medien

Emotionale hört die Signale! 

PeterLicht, Kämpfer und Künstler an vielen Fronten, betritt die Manege des postfaktischen Zeitalters.

»Emotionale hört die Signale! Auf zum letzten Verzicht!«, so der Titel seines für das Frühjahr 2018 angekündigten sechsten Albums kündet vom Kampf und davon, daß es sich mit alten Gewissheiten endgültig erledigt hat. Wir stehen nicht mehr am Anfang des Dritten Jahrtausends, sondern befinden uns mitten im Kampf um Deutung und Definition von Welt und Wahrheit. Es ist daher kein Zufall, daß sich Deniz Yücel aus der Haft heraus eben diese neue alte und durch und durch Licht'sche Hymne wünscht, wenn PeterLicht und viele andere Musiker und Künstler am 3. Mai ihre Solidarität mit dem deutsch-türkischen Journalisten bei einem Benefiz-Konzert am Brandenburger Tor bekunden.

Den Mai leutet Licht wiederum in Wien ein. Am 30. April und 1. Mai gastiert er im Schauspielhaus. Nach dem Tanz in den Mai-Konzert in Begleitung seines kongenialen Side-Kicks Benedikt Filleböck wird er am 1.5. - ebenfalls im Schauspielhaus - zu einer Lesung erwartet. Wer am 1. Mai nicht in Wien sein kann, dem sei die Übertragung des diesjährigen LitCologne-Konzertes empfohlen, das der Westdeutsche Rundfunk am Feiertag sendet.

Weiterhin live unterwegs ist Licht am 6.5. in der Lagerhalle Osnabrück, am 13.5. am Landestheater Marburg sowie am 14.7. an den Münchner Kammerspielen.

3 Einladungen zu »Stücke« nach Mülheim a.d. Ruhr

Mit Anne Lepper, Olga Bach und Milo Rau sind in diesem Jahr gleich drei Autorinnen und Autoren von schaefersphilippen ™ zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Lepper, bereits 2012 mit ihrem Stück KÄTHE HERMANN mit dabei, hat für das Nationaltheater Mannheim MÄDCHEN IN NOT geschrieben, eine ›bittere, hochaktuelle Diagnose unserer Gesellschaft, die mit Normabweichungen weit schlechter klar kommt, als sie vorgibt: Bilderstark, skurril verzerrt und sprachlich genial reduziert wie im Comic‹ schreibt Cornelia Fiedler zur Begründung. Direkt mit ihrem ersten Stück nach Mülheim, das gilt für die junge Autorin Olga Bach. An der Seite von Ersan Mondtag entstand der Text DIE VERNICHTUNG, eine ›elysische Apokalypse‹ (Jürgen Berger). Bach und Mondtag skizzieren ihre eigene Generation zwischen Körperoptimierung, Drogen und Sex. Die Produktion des Theaters Bern ist ebenfalls zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Ein weiterer Debütant - allerdings nur in Mülheim - ist Milo Rau. Durch die überfällige Einladung nach Mülheim wird nun auch auf breiterer Ebene sichtbar, welchen Anteil seine Autorenschaft zum Erfolg seiner Produktionen beiträgt. Christine Wahl schreibt zu EMPIRE folgerichtig: ›Im dritten und letzten Teil seiner »Europa-Trilogie« verdichtet Milo Rau nicht nur individuelle Biografien zu einem übergreifenden Geschichtspanorama und spiegelt die geschickt komponierten Umbruchs-, Flucht-, Vertreibungs- und Exilerzählungen der Bühnenakteure in strukturell vergleichbaren Erfahrungen der Eltern- beziehungsweise Großelterngeneration. Sondern indem die Darsteller zudem abendfüllend mit dem Verhältnis zwischen der eigenen Biografie und ihren jeweiligen Bühnenrollen spielen, reflektieren sie auch über das Medium Theater: über Repräsentation, Authentizität, echte und falsche Tränen und die Grenzen der Darstellbarkeit.‹

5 Einladungen zum Theatertreffen 2017

Die Hälfte aller Einladungen zum diesjährigen Theatertreffen geht an von schaefersphilippen™ vertretene Künstler. Wir gratulieren den tt-Debütanten Kay Voges und Ulrich Rasche sowie Ersan Mondtag, Thom Luz und Milo Rau, die jeweils zum zweiten Mal nach Berlin reisen! Thom Luz, 2015 mit seiner Bühnenbearbeitung von Judith Schalanskys ATLAS DER ABGELEGENEN INSELN nach Berlin geladen, ist mit der poetisch betörenden und anrührenden Inszenierung seines eigenen Textes TRAURIGE ZAUBERER mit von der Partie. Ersan Mondtag gehörte bereits 2016 mit seinem Stück TYRANNIS zu den 10 bemerkenswertesten Produktionen des Jahres, wie es beim Theatertreffen heißt. In der Zwischenzeit kürte ihn das Magazin Theater Heute zum Nachwuchskünstler des Jahres in den Kategorien Regie, Bühnen- und Kostümbild. In diesen drei Bereichen glänzte Mondtag auch bei seiner Produktion DIE VERNICHTUNG (Theater Bern) nach einem Stück von Olga Bach, die nun in Berlin gezeigt wird. Ulrich Rasche ist mit seiner Inszenierung DIE RÄUBER (Residenztheater München) eingeladen, über die Christine Dössel in der SZ schrieb: »Rasches ›Räuber‹-Unternehmung ragt steil und gesamtkunstwerklich kühn aus dem Normalspielbetrieb heraus«. Die nachtkritik staunt: »Kurz: Groß.« Milo Rau ist nach der 2012er Einladung mit HATE RADIO in diesem Jahr mit seinem Stück FIVE EASY PIECES in Berlin vertreten. Das Stück, in dem Kinder die Verbrechen des Pädophilen Marc Dutroux nachspielen, regte eine internationale Debatte über die Grenzen der Kunst und die Kraft des Theaters an. Die SZ kommentierte zur Uraufführung: »Gleichzeitig atemberaubend, analytisch klar und grauenvoll. Die Inszenierung ist der seltene Fall eines Theaterabends, der auf angenehme Weise wehtut und dabei etwas leistet, was man früher Katharsis nannte.« Kay Voges, der in Dortmund seit Beginn seiner dortigen Intendanz an der ästhetischen und medialen Modernisierung des Stadttheaters arbeitet, reist mit der »philosophischen Welt-Installation« (nachtkritik) DIE BORDERLINE PROZESSION an. Die SZ jubelte: »Größenwahnsinnig und grandios, inspirierend und erschlagend zugleich. Als eine Reflexion über eine Theaterästhetik des Internetzeitalters setzt der Abend definitiv einen Standard.«

Tanz in den Mai mit Rüping, Weise, Rau und Storman

Das letzte April-Wochenende gehört den Herren Christopher Rüping, Christian Weise, Thom Luz und Marco Štorman. Christopher Rüping, seit Beginn der Intendanz Lilienthal Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen wendet sich nach seiner genialen »Hamlet«-Inszenierung nun im Großen Haus der Roman-Bearbeitung »Der erste fiese Typ« von Miranda July zu. Man darf gespannt sein, wie Rüping am 28. April Julys irrwitzigen, schwer depressiven und zeitgleich hochkomischen Kurzroman auf die Bühne bringen wird. Christian Weise ist in Darmstadt seit vielen Jahren jährlicher Gast und hat dort bislang Shakespeare inszeniert. In diesem Frühjahr hat ihm sein langjähriger Weggefährte Sören Voima Londons »Ruf der Wildnis« neu verfasst. Die Premiere ist am 29. April im Staatstheater Darmstadt. Milo Rau ist derzeit mit gut einem halben Dutzend Produktionen weltweit unterwegs. Beim Theatertreffen in Berlin ist FIVE EASY PIECES zu sehen, bei den Mülheimer Theatertagen wiederum der dritte und letzte Teil seiner Europa-Trilogie EMPIRE. An diesem Wochenende gastiert EMPIRE beim Heidelberger Stückemarkt. Mit der schier unglaublichen Anzahl von 8 Inszenierungen ist Marco Štorman in dieser Spielzeit in jeder Hinsicht präsent. Nach Opern an den Theatern in Bremen und Luzern und weiteren Arbeiten u.a. in Wien und Klagenfurt (dort besorgte er die ÖEA von Jelineks »Wut«) arbeitet er nun erstmals am Staatsschauspiel Dresden. Dort zeigt er am 29. April im Großen Haus seine Inszenierung von Ibsens »Volksfeind«. 

Neuigkeiten
Video von Ersan Mondtag für HÜTTE

Grandioses Musikvideo zu einem Song von Max Andrzejewskis HÜTTE, Regie: Ersan Mondtag.

Milo Rau neuer Künstlerischer Direktor des Nationaltheaters Gent

Wie das Nationaltheater Gent heute Vormittag im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gab, übernimmt der Schweizer Autor und Regisseur Milo Rau ab der Saison 2018/19 die Direktion des NT Gent. Milo Rau folgt als künstlerischer Direktor auf den niederländischen Regisseur Johan Simons, mit ihm im Leitungsteam sind Stefan Bläske, der feste Dramaturg des IIPM, sowie Steven Heene, künstlerischer Koordinator des NTGent.

NEW HAMBURG nominiert

Das Theater-Projekt NEW HAMBURG, das Björn Bicker, Malte Jelden und Michael Graessner bereits 2014 im Auftrag für das Schauspielhaus Hamburg auf der Veddel realisierten, ist für den Sonderpreis »Kultur öffnet Welten« des Bundes nominiert. »Das Projekt leistet hervorragende Arbeit in einem Stadtteil, in dem Menschen zahlreicher Glaubensrichtungen mit- und nebeneinander leben. Mit dem Projekt in der Immanuelkirche ist ein Ort für Sprachcafés, Theaterstücke und vieles mehr entstanden«, sagt Kultursenator Carsten Brosda. Das Projekt des Deutschen Schauspielhauses, des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Hamburg-Ost und der Immanuelkirche ging aus einem Festival hervor, das mit theatralen, musikalischen und künstlerischen Mitteln Ergebnisse aus einem Jahr Recherche zum Leben auf der Veddel zeigte.

3sat-Preis für Milo Rau

Wir freuen uns neben der Einladung von FIVE EASY PIECES zum Berliner Theatertreffen 2017 über den 3sat-Preis für Milo Rau. In der Begründung der Jury heißt es: »Raus ›Five Easy Pieces‹ feiern, was die Dutrouxs dieser Welt vernichten wollen: kindliche Weisheit, kindlichen Willen, kindlichen Trotz.« Bisherige Preisträger waren unter anderen Herbert Fritsch, Sandra Hüller und Christoph Schlingensief.

Rainer Merkel beim Stückemarkt Berlin

Wir freuen uns über die Einladung von Rainer Merkels Debütstück LAUF UND BRING UNS DEIN NACKTES LEBEN zum Berliner Stückemarkt. Von Rainer Merkel, der 2013 mit dem Erich Fried-Preis ausgezeichnet wurde, erschienen die Romane ›Das Jahr der Wunder‹, für den er den Preis der Jürgen Ponto-Stiftung erhielt, ›Das Gefühl am Morgen‹, ›Lichtjahre entfernt‹, der auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand, ›Bo‹ und die Reportagen ›Das Unglück der anderen. Kosovo, Liberia, Afghanistan‹ und ›Go Ebola Go. Eine Reise nach Liberia‹. LAUF UND BRING UNS DEIN NACKTES LEBEN ist Merkels Debüt als Theaterautor. In seinem Stück erzählt er von »Every Day Ghandi«, einer NGO, die versucht, dem afrikanischen Kontinent Gutes zu tun. Wie in einigen großen Stoffen der Weltliteratur bleibt auch in hier die afrikanische Realität ein Außen, eine Fläche, eine fiebrige Projektion europäischer Überhöhung oder dumpfer Panik.

Neue Website von Christian Weise

Hier geht es zur neuen Homepage von Christian Weise (www.christianwei.se)

Nora Abdel-Maksoud erneut bei Radikal Jung

Die Regisseurin und Autorin Nora Abdel-Maksoud ist erneut zum Festival Radikal Jung am Münchner Volkstheater eingeladen. Während sie zuletzt mit der Produktion KINGS (Ballhaus Naunynstraße) nach München reiste, gastiert sie in diesem Jahr mit der aktuellen Produktion THE MAKING OF (Maxim Gorki Theater, Berlin) in München. Wir gratulieren!

»Schweigen der Schweiz« beim Schweizer Theatertreffen

Die Produktion »Das Schweigen der Schweiz« des Theaters St. Gallen, zu der u.a. Maxi Obexer und Andreas Sauter Kurzstücke beigetragen haben, ist zum Schweizer Theatertreffen 2017 eingeladen worden. Im Schweizer Kulturmagazin ›Saiten‹ hieß es zu Sauters Beitrag: »Andreas Sauter hat das einzige Mundartstück des Abends geschrieben. ›Parat oder Nienedmeh isch nüd.‹ Zwei Männer, Beckett-Spätlinge, suchen ein Wiesenstück, um eine unterirdische Reduit-Wohnung zu graben, eine Höhle ›für alle Fälle‹, falls ›sie‹ kommen: Aber wer genau? Wer auch immer kommen mag, parat sein ist alles: ein wunderbar komödiantischer Auftakt.«n Ab dem 29. März zeigt das Neue Theater in Dornach (CH) eine Neuproduktion von Sauters Stück DER MANN IM TURM ODER DAS GEHEIMNIS DER ZEIT. Das Stück wird im Frühjahr in der gesamten Schweiz tournieren. Für das Schweizer Radio haben Bernhard Studlar und Andreas Sauter das interaktive Hörspiel OPERATION DATA SAUGUS REX geschrieben. Die beiden Autoren haben das Hörspiel, das weiterhin hörbar ist, zuletzt beim sonOhr-Festival Bern und im Theater Winkelwiese in Zürich präsentiert; am 3. April wird OPERATION DATA SAUGUS REX am Schauspielhaus Wien zu hören sein. Auf ›Hörspieltipps.com‹ heißt es zu dem interaktiven Hörspiel: »Die Drastigkeit des potentiellen Finales, das Erleben in Echtzeit und die speziell für den eingeschränkten Klangumfangs eines Telefons erstellte Produktion, machen „Operation Data Saugus Rex“ zu einem herausragenden Hörstück des Jahres.«